
Schulliebe. Eine Kennenlerngeschichte
Inna war schon in der Schule für ihren Dickkopf bekannt, und das Wort „unmöglich“ gab es für sie nicht. Nein, sie legte sich nie besonders mit jemandem an, aber wenn sie sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hatte, war jedes Umstimmen zwecklos. Nach eigenem Bekunden war sie sehr bescheiden, still, kurz: eines jener rätselhaften grauen Mäuschen, bei denen man nie weiß, ob sie gerade an dich denken, an die Angliederung Tibets durch die Chinesen oder an ihre Einkaufsliste – aber wenn es sein musste, konnte sie sich schweigend querstellen, und sie von ihrem Standpunkt wegzubewegen war nicht leichter als den Berg Tschomolungma. Genau mit diesem ihr eigenen Dickkopf ging sie Bauingenieurwesen für Rohrleitungen studieren, während ihr Vater auf Bankwesen bestand – und noch etwas früher, in der Schule, hatte sie beschlossen, sich in Tolja zu verlieben.









