Es gibt Menschen, die ständig das Gefühl eines massenhaften, gruppenhaften Flows brauchen, Energiewirbel, „Action“. Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass diese Action nie aufhört. Überhaupt hört nichts auf: weder das Projekt noch die Hochzeit noch der Sex beim ersten Date. Deshalb sind sie nach dem Wort „Abfuhr“ benannt. Sie sind zugleich die „Hinhalter“, sie sind der frustrierende Persönlichkeitstyp – von „frustrieren“ (nämlich: die anderen). Menschen, die andere oft auflaufen lassen. Und weil sie Karlssons vom Dach sind, bei denen der Propeller ununterbrochen läuft, nennen wir sie lieber fröhlich: „Stimmungsmacher“ oder „Quirlige“. Aus den Beinamen haben Sie wohl schon erraten, von wem die Rede ist.
Wenn Sie Actionfilme wie „Stirb langsam“ mit Bruce Willis und „Speed“ mit Sandra Bullock mögen, sich an den hektischen Doc Brown aus „Zurück in die Zukunft“ mit Christopher Lloyd erinnern, über den brüllenden Iwan Ochlobystin als Doktor Bykow in der Serie „Interny“ lachen und dazu noch Komiker wie Iwan Urgant schauen, dann haben Sie es verstanden: Diese Menschen sind die besten grinsenden Komiker, immer bereit loszuwiehern.
Nach dem Aufbau von Psyche und Nervensystem sind die „Stimmungsmacher“ Extravertierte in aktiver Position mit dem Ego-Typ „Erkenntnissystem“ und dem verletzten Recht zu erreichen
- Extravertiert heißt: Der Kontakt zu Menschen ist ihnen sehr wichtig. Genau die anderen sollen und müssen (aus Sicht der Stimmungsmacher) kommen und ihnen erzählen, wie gut, klug und überhaupt die Allerbesten sie sind. Sie müssen die Reaktion der anderen sehen. Sonst bleibt es irgendwie unklar …
- Als Menschen in aktiver sozialer Position warten die Stimmungsmacher nicht nur auf die Resonanz der Gesellschaft, sie fordern sie auch aktiv ein. Unter anderem setzen sie Provokation ein, um Widerhall und Reaktion auf sich zu sehen. Mehr noch: Auf ihren Ruf hin stehen sogar die Toten aus den Gräbern auf und rennen … irgendwohin! Hauptsache, sie sind dabei und rennen.
- Der Ego-Typ der Stimmungsmacher ist das Erkenntnissystem. Man kann sie also Logiker nennen, logisch denkende Persönlichkeiten, die … erst experimentieren und danach überlegen, worum es dabei ging. Wobei fürs Überlegen gar keine Zeit bleibt, denn man muss dringend weiterrennen und weiterexperimentieren.
So entsteht bei den Stimmungsmachern eine Blockade, die Sie nicht nur erheitern wird. „Stimmungsmacher“ erreichen etwas und können beim Erreichten nicht stehen bleiben. Bei ihnen dominiert das Bedürfnis nach ständiger Bewegung, nach Action, nach Wandel und Veränderung. Und deshalb
ist für die Frustrierenden die ständige Frustration ihres gesamten Umfelds typisch.
Dabei ist das praktisch der einzige Persönlichkeitstyp, dem man das verzeiht. Die schizoiden „Freigeister“ zum Beispiel lassen ihr Umfeld ebenfalls auflaufen, doch ihnen nimmt man es übel, man ärgert sich über sie, ist gereizt, bekriegt sie. Der Frustrierende macht dasselbe, mit denselben Sätzen – und ihm nimmt man es nicht übel. Es gibt die Vermutung, dass man schlicht nicht dazu kommt.
Andererseits hat diese Abfuhr immer ein Ziel. Die schizoiden „Freigeister“ und die frustrierenden „Stimmungsmacher“ ähneln einander sehr auf ihrem Höhepunkt, wenn es beide „mitreißt“. Die Schizoiden lassen andere eher zur Selbstbestätigung auflaufen; der Frustrierende dagegen will mit seinem Handeln, indem er sein Umfeld frustriert, eher alle vom toten Punkt wegbewegen, damit die Action losgeht – und was dabei herauskommt, sehen wir später.
Besser noch: hinterher gar nicht nachschauen, was herauskommt – man muss ja schon das Nächste anschieben.
Entsprechend haben die „Stimmungsmacher“ den unwiderstehlichen Drang, Initiator zu sein und die Action anzustoßen. Zugleich fällt es ihnen schwer, etwas zu Ende zu bringen, denn mit dem Annehmen von Ergebnissen haben sie sehr große Schwierigkeiten. Dabei fürchten sie jedes Ergebnis: das positive wie das negative, das aus dem eigenen Handeln wie das aus dem Handeln des Umfelds.
Die Handlung ist alles, das Ergebnis ist nichts!
Ergebnisse werden ständig entwertet, denn ein Ergebnis bedeutet: keine Bewegung mehr, alles ist schon vorbei – und man muss antreiben, antreiben, antreiben. „Was, ihr seid schon gestorben? Dann verwest gefälligst zügig!“







