Die Sprache von Choleriker, Sanguiniker, Phlegmatiker und Melancholiker. Auf welche Wörter reagieren sie?

Die Sprache von Choleriker, Sanguiniker, Phlegmatiker und Melancholiker. Auf welche Wörter reagieren sie?

Welche Wörter benutzen Choleriker, Sanguiniker, Phlegmatiker und Melancholiker? Wie hängt die Sprache vom Temperament ab? Welche Werbeslogans passen zu einer Zielgruppe, wenn man ihre Einstellung kennt (Introversion oder Extraversion)? Das Team von DataFuel hat eine Karte des Wortgebrauchs in Suchanfragen erstellt.

„Diese Karte ist aus rund siebzig Wörtern zusammengestellt. Für manche kann sie zum ständigen Nachschlagewerk werden. Wir denken, dass sie in der täglichen Arbeit von Social-Media-Fachleuten, Texterinnen und Textern und anderen nützlich sein kann.“

Für alle, die es besonders eilig haben, haben wir zahlreiche Daten aus Marktstudien über die Vorlieben der Temperamente (davon sind mittlerweile gut ein Dutzend zusammengekommen: über Geschenke, über Autos, über bevorzugte Wörter, über Berufe und so weiter) in einer Mini-App gebündelt. Oben wählen Sie das Thema der Studie, unten schalten Sie zwischen den Temperamenten um und sehen, was diese mögen, suchen und lieben

Was hat DataFuel damit zu tun?

Zuerst noch einmal ein paar Worte zum Unternehmen DataFuel und dazu, was es mit der Typologie der Persönlichkeit zu tun hat. Die Antwort: Als kommerzielles Unternehmen liefert es unabsichtlich statistische Belege für die psychoanalytische Theorie über Persönlichkeitstypen und Temperamente.

Das Hauptproblem der Psychologie als Wissenschaft ist es, statistische Belege für ihre Hypothesen zu finden. Zuerst stellen einzelne Psychoanalytiker über die Anamnese (die Beobachtung von Patientinnen und Patienten) eine Vermutung über Gesetzmäßigkeiten menschlichen Verhaltens auf. Dann prüfen Tausende Nachfolger sie an anderen Patienten und erheben die Vermutung, wenn das zweite Kriterium der Wissenschaftlichkeit erfüllt ist – die Unabhängigkeit vom Beobachter –, in den Rang von Wissen.

Doch es bleibt das Problem mit dem dritten Kriterium der Wissenschaftlichkeit – der Messbarkeit des Ergebnisses. Die Geschichten der Patientinnen und Patienten sind vertraulich, und glauben muss man allein den Versicherungen der Psychoanalytiker. Die heutige Gesellschaft ist an etwas anderes gewöhnt: an Statistik. Und genau die hat DataFuel in der jüngsten Zielgruppenanalyse (vk.com/datafuel?w=wall-68884413_1882) geliefert und damit einige Aussagen der S-Theorie bestätigt.

Die Sprache von Choleriker, Sanguiniker, Phlegmatiker und Melancholiker – nach der Auswertung von DataFuel
Die Sprache von Choleriker, Sanguiniker, Phlegmatiker und Melancholiker – nach der Auswertung von DataFuel

Sie haben also eine Karte des Wortgebrauchs in Suchanfragen je nach Temperament erstellt – und wir erklären, warum genau das so ist und wie unsere Sprache von unserem Temperament abhängt.

Wie wurde die Auswertung gemacht?

DataFuel: „Wir haben Suchanfragen gesammelt. Die Schlüsselwörter haben wir nach unseren eigenen Vorarbeiten ausgewählt – danach, ob sie zu bestimmten Merkmalen der Psychotypen passen. Gleichzeitig wollten wir Wörter finden, die sich gut in der Werbung einsetzen lassen.

Farbig markiert sind die Anfragen, deren Volumen deutlich aus dem Gesamtbild heraussticht (das Gesamtvolumen der Stichprobe betrug 62+ Millionen Anfragen). Der Abstand vom Zentrum der Karte zeigt, wie stark der Psychotyp [in der S-Theorie: das Temperament] ausgeprägt ist.

DataFuel wertet offen zugängliche Angaben von Nutzerinnen und Nutzern sozialer Netzwerke mit der Technologie SPECTRUM aus (wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, laden Sie den Guide zur Personalisierung herunter: Schreiben Sie ГАЙД oder НАЧАТЬ in den Chat der Gruppe – vk.me/datafuel). Die gewonnenen Daten tragen wir auf einer Wertekarte ein, mit den Achsen von Neu [aktive Lebensposition] bis Gewohnt [passive Lebensposition] und von Emotionen [Extraversion] zu Logik [Introversion].

Sind die Ergebnisse belastbar?

DataFuel: „Alle Wörter auf der Karte lassen sich in zwei Gruppen teilen: solche, die die Theorie durch ihre Position bestätigen, und solche, die ihr widersprechen.

Wir vermuten, dass die Verschiebung mancher Wörter mit aktuellen Themen und Trends zusammenhängt. Der Wortgebrauch muss nicht zwingend und nicht zu 100 % mit den Werten übereinstimmen. Suchanfragen sind gezeigte Interessen, und die können sich je nach äußeren Ereignissen ändern. Und das lässt viel Freiheit, ganz unterschiedliche Mittel der Kommunikation zu wählen – gestützt auf das Konkrete und auf die Fakten der Gegenwart.“

Besonderheiten der Sprache des Sanguinikers

Der Sanguiniker ist ein Extravertierter in der aktiven Lebensposition. Ein durchsetzungsstarker, expansiver Psychotyp, dem die Rückmeldung seines Umfelds sehr wichtig ist.

Die Sprache des Sanguinikers zielt entsprechend auf:

  1. Aufmerksamkeit erregen
  2. neue Eindrücke suchen
  3. sich ausbreiten
Die Sprache des Sanguinikers
Die Sprache des Sanguinikers

Das Unternehmen DataFuel hat in seiner Auswertung bestätigt und ist überzeugt, dass der Sanguiniker (in ihrer Sprache: der Innovator) diese Wörter benutzt:

  • Individualität,
  • Genuss,
  • süß,
  • frei,
  • Kreativität,
  • Vielfalt,
  • Gefühl,
  • modisch,
  • bunt,
  • Begeisterung.

Psychoanalytisch passen die Wörter „Individualität“ und „frei“ nicht ganz zu den Erwartungen – sie gehören eher in die Sphäre der Introvertierten. Introvertierte wissen alles über sich, bevorzugen den Abstand zur Gesellschaft und das Beobachten. Alle übrigen Wörter: ins Schwarze getroffen!

Besonderheiten der Sprache des Melancholikers

Der Melancholiker ist ein Extravertierter in der passiven Lebensposition. Ein friedliebender Psychotyp, der auf Stabilität ausgerichtet ist und dem die Rückmeldung seines Umfelds sehr wichtig ist.

Die Sprache des Melancholikers spiegelt seinen Fokus auf:

  1. Harmonie
  2. Kontakt zum Umfeld
  3. Sicherheit
Die Sprache des Melancholikers
Die Sprache des Melancholikers

Das Unternehmen DataFuel hat in seiner Auswertung bestätigt und ist überzeugt, dass der Melancholiker (in ihrer Sprache: der Romantiker) diese Wörter benutzt:

  • Respekt,
  • Harmonie,
  • Zugehörigkeit,
  • Schönheit,
  • gemütlich,
  • Geborgenheit,
  • kindlich,
  • Wohlbefinden,
  • energisch.

Das Wort „energisch“ passt nicht ganz ins Bild eines Psychotyps in der passiven Lebensposition. Die übrigen Wörter entsprechen der Hypothese dagegen vollständig.

Besonderheiten der Sprache des Phlegmatikers

Der Phlegmatiker ist ein Introvertierter in der passiven Lebensposition. Auch er ein Psychotyp, der Stabilität und Vorhersehbarkeit schätzt, der alles über sich weiß und sein Umfeld lieber aus der Distanz beobachtet.

Die Sprache des Phlegmatikers spiegelt seinen Fokus auf:

  1. Vorhersehbarkeit
  2. das Erkunden des Umfelds
Die Sprache des Phlegmatikers
Die Sprache des Phlegmatikers

Bei den Wörtern des Phlegmatikers (in ihrer Sprache: der Konservative) ist sich das Unternehmen DataFuel in seiner Auswertung sicher:

  • unabhängig,
  • Kontrolle,
  • sparen,
  • Haushalt,
  • Ersparnisse,
  • Traditionen,
  • einfach,
  • seriös,
  • anschaulich,
  • Geschwätz.

Das Wort „Geschwätz“ gehört eher zu den Extravertierten, denen der Austausch mit dem Umfeld wichtig ist. Aber wer weiß – vielleicht erforschen Phlegmatiker das „Geschwätz“ ja bloß, und dann passen alle Wörter vollständig zur Theorie.

Besonderheiten der Sprache des Cholerikers

Der Choleriker ist ein Introvertierter in der aktiven Lebensposition. Ein dominanter, selbstsicherer Psychotyp.

Die Sprache des Cholerikers betont seine inneren Antriebe:

  1. Expansion
  2. Dominanz
  3. Erkunden
Die Sprache des Cholerikers
Die Sprache des Cholerikers

Bei den Wörtern des Cholerikers (in ihrer Sprache: der Pragmatiker) ist sich das Unternehmen DataFuel in seiner Auswertung sicher:

  • Struktur,
  • Neugier,
  • Effizienz,
  • Status,
  • Anerkennung,
  • interessant

Alle Wörter entsprechen den Erwartungen

Wie lässt sich das nutzen?

Ein Beispiel für Slogans an den Phlegmatiker:

Slogan-Wörter für einige Temperamente:

  • Sanguiniker – bunt,
  • Melancholiker – harmonisch,
  • Phlegmatiker – methodisch,
  • Choleriker – kritisch.