Temperament Phlegmatiker: die Definition

Temperament Phlegmatiker: die Definition

Der Phlegmatiker ist ein Introvertierter in der passiven Lebensposition, ganz in sich selbst und in seine Gedanken versunken. Dieses Temperament nimmt sich aus dem Kontakt mit anderen Menschen und aus dem Miteinander praktisch heraus. Denkt ständig über etwas nach – ein Ding an sich. Unauffällig, still, emotionslos. Und genau darin liegen seine Stärke und sein Reiz.

Der alte Hippokrates behauptete vor 3000 Jahren, als er die vier Temperamente aufstellte, dass in solchen Menschen ein Saft vorherrscht mit dem Namen Phlegma, „Schleim“. Da alle „Lebenssäfte“ zwei Merkmale hatten, heiß/kalt und trocken/feucht, war das Phlegma kalt und feucht und machte den Menschen ruhig und langsam – zum Phlegmatiker. Übrigens sind im 21. Jahrhundert aus den beiden Merkmalen der Säfte die Begriffe Intro- und Extraversion sowie aktive oder passive Lebensposition geworden.

Als Introvertierter kennt der Phlegmatiker sich selbst, seine Gefühle, Empfindungen und Zustände ausgezeichnet. Genau über die eigenen Empfindungen erforscht er oder sie die Welt ringsum. Der Phlegmatiker nimmt eher die Position des Außenstehenden ein, bemerkt dabei klar alle Kleinigkeiten und Einzelheiten, analysiert die Lage und strebt kaum danach, auf sie einzuwirken. Er oder sie geht mit Risiken weit vorsichtiger um als viele Ihrer Bekannten, dreht wegen des Karrieresprungs höchstwahrscheinlich nicht durch und sucht sich lieber verlässlichere und sicherere Wege, Straßen und Entscheidungen.

Während die anderen aktiv hin und her hetzen und den Leuten sich selbst, ihre überwertigen Ideen oder gleich beides andrehen, schaut sich der Phlegmatiker das an, kichert in sich hinein und handelt so, wie es für ihn selbst richtig und günstig ist. So zeigt sich ihre passive Lebensposition. Sie zeichnen sich aus durch Gelassenheit und Konsequenz, durch die Fähigkeit, mit Zahlen und Fakten zu arbeiten, durch Konzentriertheit und eine sehr vernünftige Herangehensweise an jede Sache.

Der Phlegmatiker versteht es, Chaos zu ordnen, in allem ein System zu finden und den Kern der Dinge tiefer und schärfer zu sehen. Das ist die berühmte Insel der Stabilität mitten im Meer aus Dummheit, Irrationalität und Emotionen: Sie „behalten den Kopf, wenn alle ringsum ihn verlieren“ – und bleiben sich selbst natürlich immer treu. Der Phlegmatiker sieht die Dinge so, wie sie sind.

Phlegmatiker
Phlegmatiker

Wenn Sie als Phlegmatiker ein passendes Land zum Auswandern suchen, dann passen zu Ihnen Australien, Deutschland oder Österreich (nicht umsonst werden Australien und Österreich an Flughäfen verwechselt). Das sind eher phlegmatische Länder, die aus der Haltung leben: „Lebt so, dass ihr mich nicht stört – und wenn ihr mich stört, ist unser Weg nicht derselbe.“ Dort herrschen Regeln und Normen, alles hat seine Ordnung, und der Müll ist sauber getrennt. Vielleicht ist das langweilig, dafür aber geordnet, richtig und stabil!