Der Choleriker ist ein Introvertierter in der aktiven Lebensposition. Also ein Mensch, der alles über sich weiß und die Welt um sich herum aus diesem Wissen heraus dominant gestaltet. Das Wort „Choleriker“ selbst ist ein sehr bekannter Populärbegriff, der schon 3000 Jahre alt ist. Doch was steckt dahinter?
Ursprünglich hat Hippokrates den Begriff „Choleriker“ in Umlauf gebracht. Für das Jahr 300 vor unserer Zeitrechnung war das eine revolutionäre Entdeckung, die als Dogma bis ins 17. Jahrhundert überlebt hat. Heute ist vom „Vater der Medizin“ nur noch das sprachliche Erbe geblieben – also das Wort.
Im Rahmen der S-Theorie bezeichnet der Choleriker einen Menschen mit der Einstellung Introversion und dominantem männlichem Prinzip, also in der aktiven Lebensposition.
Als Introvertierter kennt der Choleriker sich selbst, seine Gefühle, Empfindungen und Zustände ausgezeichnet. Genau über die eigenen Empfindungen erforschen Choleriker die Welt um sich herum. Dabei vergessen sie nicht, für diese Forschung die unterschiedlichsten, für andere nicht immer bequemen Situationen zu schaffen, reichlich Raum einzunehmen, bei Bedarf (und ausschließlich dann) Lärm und Radau zu machen und stur auf ihre Ziele zuzugehen, wobei sie Hindernisse und Widerstände immer wieder ignorieren.
Hindernisse beflügeln sie übrigens und bringen sie in Schwung. Von Natur aus sind Choleriker Kämpfer, die sich durch Entschlossenheit, Zielstrebigkeit, wirksames Handeln, Pragmatismus, klare Zielsetzung und die Fähigkeit auszeichnen, sich kopfüber in eine Sache zu stürzen, sie zu durchdringen und der Wahrheit auf den Grund zu gehen.

Sie verzetteln sich nicht in Kleinigkeiten, können Probleme lösen und gesteckte Ziele erreichen. Choleriker schätzen Verstand, Logik, Wissen, Entschlossenheit, Willenskraft und das Überwinden eigener Schwächen – und Einschränkungen und Schlamperei mögen sie überhaupt nicht.
Als Menschen in der aktiven Lebensposition, ausgerichtet auf soziale Dominanz, Expansion und Erforschung, sind Choleriker aggressiver als die anderen Temperamente. Introvertierte tun sich mit dem Ausdruck von Aggression überhaupt schwerer, weil sie sich weniger scheuen, sie zu zeigen.
Extravertierte sind sozial abhängiger, deshalb versuchen sie ihre Aggression zu sublimieren – meist in übermäßige Fröhlichkeit. Choleriker gehen in der Regel unachtsam mit fremden Grenzen um, und im Konflikt wird ein Choleriker nicht lange reden, sondern sofort handeln. Übrigens verhalten sich Frauen im Grunde genauso.
Blickt man noch tiefer, auf die Ebene des Nerven- und Hormonsystems, so überwiegen bei Cholerikern die Erregungsprozesse, und der emotionale Grundton des Lebens besteht aus Trauer und Wut. Sie haben ein stabiles Nervensystem, geraten aber leicht in Erregung.
Etwa im Jugendalter „stabilisieren“ sich Choleriker in einem von drei Persönlichkeitstypen:
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