Die aktive Lebensposition – was bedeutet das?

Die aktive Lebensposition – was bedeutet das?

Yin und Yang. Anima und Animus. Männliches und weibliches Prinzip. Männlichkeit und Weiblichkeit. Aktive und passive Lebensposition. Das alles sind Synonyme. Hier sprechen wir über die aktive Lebensposition (ALP).

Die ALP (so kürzen Anhänger der S-Theorie diesen Begriff gern ab) ist das dominierende männliche Prinzip, Yang, Anima. Ein Mensch, der auf Expansion, Eroberung, Dominanz und Ausdehnung ausgerichtet ist und dazu neigt, die eigene Position zu beweisen und durchzusetzen. In der Regel sind das Eigenschaften, die Männern eigen sind (obwohl die letzten Präsidenten Russlands Männer mit passiver Lebensposition sind).

Die ALP (so kürzen Anhänger der S-Theorie diesen Begriff gern ab) ist das dominierende männliche Prinzip, Yang, Anima. Ein Mensch, der auf Expansion, Eroberung, Dominanz und Ausdehnung ausgerichtet ist und dazu neigt, die eigene Position zu beweisen und durchzusetzen. In der Regel sind das Eigenschaften, die Männern eigen sind (obwohl die letzten Präsidenten Russlands Männer mit passiver Lebensposition sind).

Die aktive Lebensposition darf nicht mit der Extraversion verwechselt werden (es hält sich ja das Klischee, wer gern redet, sei in der Gesellschaft auch aktiv. Die Lebenspositionen sind Ausdruck der Individualität in der Persönlichkeit: Überwiegt zum Beispiel das männliche Prinzip, so nimmt die Persönlichkeit die Merkmale einer aktiven Lebensposition an. Und zugleich gibt es Extravertierte mit passiver Lebensposition und Introvertierte mit aktiver.

Die aktive Lebensposition ist nicht nur Männersache. Unter den Menschen mit ALP finden sich auch sportliche Frauen, kluge Frauen, zielstrebige Frauen, Frauen, die andere mitreißen. Kurz: Der Animus kann auch beim weiblichen Geschlecht stark ausgeprägt sein.

Frauen mit dominierendem Animus
Frauen mit dominierendem Animus

Die ALP ist in psychologischen Untersuchungen gründlich erforscht und dokumentiert worden. Wer die vollständige Liste „männlicher“ Eigenschaften sucht, sollte sich den „Männlichkeitsindex“ CNMI-46 ansehen. Das ist eine groß angelegte wissenschaftliche Studie, durchgeführt sowohl in der westlichen Welt als auch in Hongkong, mit 19.453 Befragten.

Der Reihe nach: Im fernen Jahr 2003 wurde aus amerikanischer Fachliteratur und aus Brainstormings eine Spezifikation der MÄNNLICHKEIT unter dem magischen Namen CNMI-46 zusammengestellt. Ausgeschrieben heißt das „Inventar der Konformität mit männlichen Normen“, ConformitytoMasculineNormsInventory. Zunächst bestand es aus 94, später aus 46 Merkmalen „echter Männer“. Daher CNMI-46.

2016 folgte eine Metaanalyse von 78 Studien mit 19.453 Teilnehmenden; herausgegriffen wurden die elf markantesten männlichen Eigenschaften. Darunter:

  • Selbstsicherheit
  • Machismo
  • Dominanz
  • Siegeswille
  • Bereitschaft, Aggression zu zeigen
  • Karrieredenken, Workaholismus
  • Neigung zu Extremsportarten

Heute ist es nicht leicht, ein Mensch mit aktiver Lebensposition zu sein – diese Eigenschaften sind nicht in Mode. 2018 fiel der Universität Texas nichts Klügeres ein, als Männer pauschal für toxisch zu erklären und ihnen nahezulegen, Röcke anzuziehen und sich zu schminken.

So machte in der Boulevardpsychologie der Begriff „toxische Männlichkeit“ Karriere. Zur vollständigen Kuriosität gehört der Nachsatz: Eine entsprechende Untersuchung zur „toxischen Weiblichkeit“ – und überhaupt zur „Weiblichkeit“ – gibt es nicht.

Werbekampagne zur toxischen Männlichkeit an der University of Texas at Austin
Werbekampagne zur toxischen Männlichkeit an der University of Texas at Austin