Der Ausgleich von Geben und Nehmen in Beziehungen

Der Ausgleich von Geben und Nehmen in Beziehungen

Beziehungen zu anderen Menschen spielen im Leben jedes Menschen eine wichtige Rolle – wir sind von Natur aus soziale Wesen. Wir alle wünschen uns angenehme Beziehungen, in denen wir uns wohlfühlen.

Zwei Bedürfnisse: nehmen und geben

Wenn es um Beziehungen geht, sind immer zwei Bedürfnisse im Spiel: nehmen und geben. Beide sind sehr wichtig. In gesunden, harmonischen Beziehungen, die Freude und etwas Positives bringen, kommt es darauf an, den Ausgleich dieser Bedürfnisse zu halten. Dabei ist es unerheblich, um welche Beziehung es sich handelt: eine romantische, eine familiäre, eine freundschaftliche, die zwischen Eltern und Kind, die im Team und so weiter.
Man muss wissen und immer im Blick behalten, dass am Austausch materielle wie immaterielle Werte beteiligt sind. Man kann zum Beispiel Aufmerksamkeit geben und Fürsorge bekommen oder Geld geben und Aufmerksamkeit bekommen. Wird dieser Ausgleich von beiden Seiten gehalten, sind die Beziehungen angenehm und befriedigend. Gerät aber etwas aus dem Gleichgewicht, entstehen die unterschiedlichsten Probleme. Ein Mensch beginnt negative, unangenehme Gefühle zu empfinden – Kränkung, Wut, das Gefühl, alles sei ungerecht, und anderes –, wenn er spürt, dass er mehr gibt, als er bekommt.
Es gibt Situationen, in denen ein Mensch Negatives bekommt. Was dann? Auch Negatives zurückgeben? In diesem Fall ist es am besten, dem anderen etwas Neutrales oder Positives zu geben. Denn wenn wir negativ zu reagieren beginnen, gerät die Beziehung ins Stocken. Aber auch hier gilt es, genau auf sich zu hören und zu erkennen, wo das Negative bestimmte Grenzen überschreitet. Denn es hängt nicht nur von Ihnen ab.
Die andere Seite der Medaille ist der ständige Wunsch, Gutes zu tun, ob der andere will oder nicht. Hier lohnt es sich, an den Partner zu denken: Überfüttern Sie ihn nicht? Deshalb ist es wichtig, die eigenen persönlichen Grenzen und die Grenzen des anderen wahrzunehmen und zu verstehen.
Eine weitere Störung des Ausgleichs ist die fehlende Fähigkeit zu nehmen, wenn ein Mensch nur gibt und nichts dafür annimmt. Das führt am Ende zu starker Erschöpfung, und keine Beziehung wird dabei gesund und harmonisch sein.
Häufig führen ein Misstrauen gegenüber der Welt, fehlendes Selbstvertrauen und irgendwelche persönlichen Begrenzungen zur Störung des Ausgleichs von Geben und Nehmen. Deshalb ist es in jeder Beziehung nötig, mit dem anderen zu sprechen und zu sagen, dass Sie zum Beispiel nicht bereit sind, etwas zu geben, oder dass Sie etwas Bestimmtes bekommen möchten. So sprechen Sie Ihre Wünsche und Bedürfnisse zumindest aus; ob Ihr Partner darauf hört oder nicht, lässt sich leider nicht vorhersagen. Aber Sie sind ehrlich mit sich selbst.
Ich wünsche Ihnen harmonische Beziehungen in allen Bereichen Ihres Lebens!