Meistens gehen wir mit anderen viel liebevoller und nachsichtiger um als mit uns selbst. Wie Sie lernen, sich selbst zu lieben, erfahren Sie in unserem Artikel.
Warum tun wir uns mit der Selbstliebe so schwer? Manchmal liegt es daran, dass wir zu oft von der Anerkennung anderer abhängig sind, statt gut für uns selbst zu sorgen. Wie Sie Ihre einschränkenden Überzeugungen aufspüren, sich selbst verzeihen lernen und sich liebenswert finden, lesen Sie in diesem Artikel.
Sich selbst lieben – was heißt das?
Wann haben Sie sich diese Fragen zuletzt gestellt:
- Wie geht es mir?
- Was fühle ich?
- Was denke ich?
- Was sind meine Wünsche?
Wahrscheinlich ist es lange her. Und doch sind es Ihre Bedürfnisse, die Sie in erster Linie erfüllen sollten, um Glück, Zufriedenheit und Wohlbefinden zu erleben. Die Selbstliebe ist die Grundlage Ihrer Gefühle und letztlich Ihrer Gesundheit. Sie selbst sind das Wichtigste in Ihrem Leben, und das sollten Sie wertschätzen.
Sich selbst zu lieben heißt nicht, in sich selbst verliebt zu sein. Es geht nicht darum, von nun an ständig in den Spiegel zu schauen und nur egoistisch zu handeln. Selbstliebe bedeutet, sich selbst, seine Bedürfnisse und seine Gefühle zu respektieren, anzunehmen und nicht zu übergehen. Gleichzeitig bedeutet sie, dass Ihr Selbstwert nicht von der Zuneigung und der Wertschätzung anderer Menschen abhängt, sondern davon, wie viel Sie sich selbst wert sind. Diese Liebe können Sie lernen.
Warum Selbstliebe so wichtig ist
Mehr Selbstliebe macht uns unverwundbarer, selbstsicherer und am Ende auch glücklicher. Innere Stärke und Zufriedenheit bringen Sie auf allen Ebenen ins Gleichgewicht. Davon profitiert nicht nur Ihre Seele, sondern auch Ihre körperliche Gesundheit. Sie sind wichtig, denn Sie sollen sich jeden Tag gut fühlen und mit sich selbst gut auskommen.
Wenn Sie gelernt haben, sich selbst zu lieben, ist es unwichtig, was andere über Sie sagen oder denken. Oft urteilen andere Menschen über uns, auch wenn sie uns gar nicht kennen. Ihre Meinung darf Ihnen jedoch völlig gleichgültig sein, denn Sie wissen, dass Sie wirklich ein wunderbarer, liebenswerter Mensch sind.
Warum ist Selbstliebe so schwer zu lernen?
Fällt es Ihnen schwer, sich selbst zu lieben? Dann liegt der Schlüssel meist in negativen Überzeugungen. Antrainierte Zweifel und Gefühle der Minderwertigkeit, die Eltern in unserer Kindheit oft in unserem Denken verankert haben, halten uns auch im Erwachsenenleben in der Falle alter Muster. Meist geschieht das im Unterbewusstsein, völlig unmerklich, und beeinflusst dabei unser Selbstbild und unser Leben stark.
Solche Überzeugungen beruhen im Grunde auf der Meinung anderer, prägen Sie aber dennoch in Ihrer Entwicklung und schränken Ihre Persönlichkeit ein. Typische Gedanken, die Sie daran hindern, sich so zu lieben, wie Sie sind, lauten zum Beispiel:
Ich bin nur bewundernswert, wenn ich perfekt bin.
Ich darf keine Gefühle zeigen, sonst werde ich verletzt.
Ich bin nichts wert
Mit etwas Geduld und Übung kann aber wirklich jeder diese einschränkenden Überzeugungen ablegen und neu formulieren. Sobald Sie Ihre Gedanken zur Selbstliebe umdrehen, werden Sie allmählich merken, wie sich auch Ihr Wohlbefinden, Ihre Gefühle und Ihr Handeln verändern.
11 Tipps, wie Sie sich selbst lieben lernen
Stellen Sie sich die Frage: „Wer ist der wichtigste Mensch in meinem Leben?“ Wenn Sie länger nachdenken und dabei im Kopf Ihre Familie und den ganzen Freundeskreis durchgehen müssen, dann sollten Sie hier unbedingt weiterlesen. Denn die Antwort auf diese Frage lautet ohne Zögern: ich.
Sie sind der wichtigste Mensch und gleichzeitig Ihr bester Freund. Sorgen Sie deshalb liebevoll für sich und lernen Sie mit diesen 11 Tipps, sich selbst an die erste Stelle zu setzen:
1. Schreiben Sie auf, was Sie an sich mögen
Denken Sie genau darüber nach, was Sie an sich mögen. Nehmen Sie dazu Papier und Stift und listen Sie alles Positive auf. Es dürfen auch Kleinigkeiten sein. Je mehr Sie sich mit sich und Ihren angenehmen Eigenschaften beschäftigen, desto klarer wird Ihnen, welches Potenzial Sie tatsächlich haben. Mit der Zeit können Sie Ihre Liste der Selbstliebe ergänzen, denn sobald der erste Schritt getan ist, fallen Ihnen immer mehr Dinge ein, die Sie an sich mögen. Ein gelegentlicher Blick auf diese Liste hilft Ihnen, sich auf die Eigenschaften zu konzentrieren, die Sie an sich schätzen – und Schritt für Schritt lernen Sie, sich noch mehr zu lieben.
2. Erkennen Sie Ihre negativen Überzeugungen
Erkennen Sie die negativen Überzeugungen, die Sie daran hindern, sich frei zu entwickeln und Ihre Schwächen anzunehmen. Niemand ist perfekt, und das ist gut so. Schreiben Sie deshalb die negativen Gedanken auf, machen Sie sich diese bewusst und beginnen Sie, sie in positive zu verwandeln. Über Nacht wird das nicht funktionieren. Sobald sich in Ihren Gedanken aber neue, positive Überzeugungen verankert haben, werden Sie sich freier fühlen.
3. Übernehmen Sie Verantwortung
Nehmen Sie Ihr Leben in die eigene Hand. Denn nur Sie sind dafür verantwortlich, dass Sie seelisch und körperlich gesund sind. Tief in Ihrem Inneren sind Sie längst vollkommen – hören Sie also auf, einer äußeren Perfektion nachzujagen, die andere Ihnen aufdrängen wollen. Es allen recht machen können Sie nie, sich selbst aber sehr wohl. Was Sie zurückhält, ist die persönliche Deutung des Verhaltens anderer Ihnen gegenüber. Denn in den meisten Fällen hat negatives Verhalten überhaupt nichts mit Ihnen zu tun, sondern ist ein Spiegel der Gefühlswelt Ihres Gegenübers.
4. Loben Sie sich selbst
Statt sich jeden Tag kritisch zu betrachten, sollten Sie sich öfter dafür loben, was Sie gut können, was Sie gut gemacht haben und was an Ihnen gut ist. Sehen Sie sich von nun an mit einem positiven Blick und vergessen Sie die Meinung anderer. Fehler kleinzureden ist überhaupt nicht nötig, denn gerade durch Ihre Schwächen und Ihre Stärken sind Sie ein wertvoller, liebenswerter Mensch. Lernen Sie, sich Fehler zu verzeihen, und seien Sie nicht böse auf die Vergangenheit.
5. Nehmen Sie Ihre Schwächen an
Jeder Mensch auf dieser Welt hat Stärken und Schwächen. Daran lässt sich nichts ändern. Was Sie aber tun können: Ihre Schwächen annehmen. Manche Dinge sind einfach so. Punkt. Lassen Sie sich davon also nicht niederdrücken, sondern stärken Sie sich und Ihr Selbstvertrauen, indem Sie sich auf Ihre Stärken stützen.
6. Setzen Sie Grenzen
Vielleicht haben Sie sich immer für andere aufgeopfert und für sie gesorgt, nur um Anerkennung zu bekommen. Ihre eigenen Bedürfnisse sind dabei in den Hintergrund gerückt. Dann ist der Moment gekommen, in dem Sie klare Grenzen setzen sollten. Hilfsbereitschaft ist eine wunderbare Tugend – aber nicht, wenn sie auf Kosten Ihrer eigenen Gefühle geht. Es ist völlig in Ordnung, oft „Nein“ zu sagen, wenn man Sie um Hilfe bittet. Bieten Sie Ihre Hilfe nur dort an, wo es Ihnen selbst Freude macht und gut tut. Die Sorge um andere darf nicht dazu führen, dass Sie sich selbst kränken.
7. Denken Sie über fachliche Unterstützung nach
Oft stecken wir so tief in uns selbst fest, dass wir nur mit der Hilfe anderer aus alten Bahnen herauskommen und die Dinge viel klarer sehen. So kann eine fachliche Begleitung Ihnen helfen, Ihre einschränkenden Überzeugungen in Frage zu stellen.
8. Tun Sie sich etwas Gutes
Um sich selbst lieben zu lernen, müssen Sie sich Zeit nur für sich nehmen. Lesen Sie ein gutes Buch, nehmen Sie ein langes Bad, verwöhnen Sie sich mit einer Massage, fahren Sie über das Wochenende in ein Spa – kurz gesagt: Tun Sie das, was Ihnen und Ihrer Seele gut tut, was Ihnen Energie gibt und wobei Sie ganz bei sich sind: Wohlbefinden.
9. Schauen Sie auf sich selbst
Es tut nicht gut, sich jederzeit und überall mit anderen zu vergleichen. Am Ende macht es Sie unzufrieden und untergräbt Ihren Selbstwert. Außerdem hinken solche Vergleiche oft, weil verschiedene Menschen eine verschiedene Herkunft und verschiedene Voraussetzungen haben. Häufig nehmen Sie nur die schöne Oberfläche Ihrer Mitmenschen wahr. Hinter der Fassade kann es manchmal ganz anders aussehen. Schauen Sie also auf sich selbst und setzen Sie sich zu sich selbst in Beziehung. Lösen Sie sich von dem Irrglauben und sagen Sie sich für einen Moment: ‚Ich gehe!‘ Sie werden viel Neues über sich erfahren, was Sie heute besser können als früher. Aus dieser Einsicht kann Ihre Selbstliebe wachsen.
10. Verbringen Sie Zeit allein mit sich
Um sich selbst lieben zu lernen, ist es wichtig, immer wieder auf sich selbst zu schauen. Dafür braucht es Momente, in denen Sie Zeit allein mit sich verbringen können. Denn dann haben Sie Zeit nachzudenken, auf Ihre innere Stimme zu hören und das zu tun, was Ihnen gut tut – ohne wie sonst die Bedürfnisse anderer zu berücksichtigen. Solche kleinen Pausen helfen nicht nur, Selbstliebe zu entwickeln. Sie sind auch ein wunderbarer Weg, Ihre schon vorhandene Selbstliebe zu erhalten und weiter zu stärken. Wenn Sie sich in diesen Momenten etwas Angenehmes schenken, können Sie sehr gut lernen, sich selbst zu lieben – und das zeigt sich in der Wertschätzung für Ihren Körper und Ihre Seele. So lernen Sie, sich selbst und Ihren Körper zu lieben.
11. Denken Sie auch an Ihren Körper.
Neben den vielen Dingen, die Sie für Ihren Geist tun können, ist es auch wichtig, Ihrem Körper Gutes zu tun – er ist ebenfalls ein Teil von Ihnen. Das kann Sport und Bewegung sein, aber auch ein gutes Abendessen und ein entspannendes Bad. Wenn Sie Ihren Körper gut behandeln, drücken Sie damit Zuneigung zu sich selbst aus und stärken Ihre Selbstliebe. Auf keinen Fall sollten Sie gegen Ihren Körper kämpfen oder in Selbstoptimierung verfallen. Es geht darum, die Bedürfnisse Ihres Körpers anzuerkennen und ihm Gutes zu tun, und nicht darum, ihm mehr abzuverlangen: Wenn Sie verspannt sind, verwöhnen Sie sich mit einer Massage. Wenn Sie müde und erschöpft sind, entspannen Sie sich in der Sonne.
Je mehr Selbstliebe, desto höher Ihr Selbstwert. Alles, was Sie dafür brauchen, sind Geduld und Vertrauen in sich selbst, denn Veränderung braucht Zeit, und der eine oder andere Rückfall in alte Muster kann vorkommen. Dann ist es umso wichtiger, weiterzumachen! Denn der Lohn ist ein unbezahlbares Gefühl von Selbstakzeptanz und Zufriedenheit mit sich selbst.
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