Angst vor der Liebe: 5 Tipps, wie Sie sie bewältigen

Angst vor der Liebe: 5 Tipps, wie Sie sie bewältigen

Wer Angst vor der Liebe hat, hat Angst vor emotionaler Nähe in der Partnerschaft. In diesem Artikel gebe ich Tipps, was Sie dagegen tun können.

Vielleicht kennen Sie das: Sie haben jemanden kennengelernt, den Sie interessant finden, Sie verbringen immer mehr Zeit miteinander und kommen einander immer näher. Doch sobald Sie merken, dass ernste Gefühle entstehen, geraten Sie in Panik, möchten alles abbrechen, auf Abstand gehen. Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, leiden Sie möglicherweise unter Philophobie. Wer Angst vor der Liebe hat, schützt im Grunde sich selbst. Misstrauen und Distanz sind ständige Begleiter im Beziehungsalltag. Schlechte Erfahrungen aus früheren Partnerschaften sind allerdings nicht immer der Auslöser – die Ursachen können auch viel tiefer liegen. Lesen Sie hier, was dahintersteckt und wie sich diese Angst überwinden lässt.

Angst vor der Liebe – die Merkmale

Das Phänomen heißt Philophobie: Betroffene haben in der Regel Angst vor emotionaler und körperlicher Nähe in der Partnerschaft. Unbewusst empfinden sie eine starke Angst davor, verlassen zu werden, und Angst vor dem Schmerz, der damit verbunden ist.

Menschen, die darunter leiden, erleben das Sich-Öffnen, das Sich-Einlassen und die wachsende Nähe in einer Partnerschaft als Bedrohung, die mit einer starken Angst vor Liebe verbunden ist. Sie beginnen, ihrem Partner auszuweichen und auf Abstand zu gehen – und das führt zur Trennung.

Die Angst vor tiefen Gefühlen kann auch körperliche Reaktionen auslösen: Panikattacken, Herzklopfen, Übelkeit, ein Engegefühl in der Brust und Schwitzen, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, irrationales Verhalten, plötzliche Flucht – denn Flucht in all ihren Formen ist eine verbreitete Strategie (eine Abwehr), um die Angst unter Kontrolle zu halten.

Woher kommt die Angst vor tiefen Gefühlen?

Eine sehr stark ausgeprägte Bindungsangst, die in ihrem Ausmaß eine Partnerschaft behindert und großes Leid verursacht, geht meist auf traumatische Erfahrungen in der Kindheit oder in früheren Beziehungen zurück. Die Angst, sich zu verlieben, sitzt bei diesen Menschen tief. Wer unter Philophobie leidet, hat tief verletzende Beziehungen oder Erfahrungen von Misshandlung hinter sich. Das reicht von der Trennung von den Eltern über eine enttäuschende Beziehung zu Vater oder Mutter bis zu quälenden Erlebnissen mit einem früheren Partner. Oft ist uns gar nicht bewusst, dass etwa die Erfahrungen der frühesten Kindheit unser heutiges Handeln prägen. All das führt zu Misstrauen und zur Angst davor, eine Beziehung einzugehen.

Denn wer die Liebe zulässt und sich dem Partner wirklich öffnet, zeigt ihm sein Innerstes. Dadurch verlieren wir die Kontrolle, werden verletzlich und möglicherweise. Viele Philophobiker halten sich – wegen schlechter Erfahrungen – vor allem aus Angst vor einem „Machtmissbrauch“ zurück und lassen keine tiefen Gefühle zu.

Philophobie ist ein unbewusster Selbstschutz: „Wenn du dich nicht verliebst, wirst du nicht verletzt.“

Dieser Abwehrmechanismus gibt uns ein scheinbares Gefühl von Sicherheit, verhindert aber eine enge Beziehung zu einem anderen Menschen.

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Angst, sich zu verlieben, und Angst, in der Beziehung zu bleiben

Menschen mit einer Bindungsstörung können verliebt sein, haben aber Angst vor Beziehungen. Menschen mit Philophobie machen es oft umgekehrt: Sie lassen keine tiefen Gefühle zu, leben aber in einer Partnerschaft. In einer solchen Beziehung spürt der andere Partner jedoch „Kälte“, es fehlt die Tiefe der Gefühle, es fehlt das „Feuer“. Am Ende scheitern Philophobiker immer dann, wenn die Beziehung näher und intimer wird.

Interessant ist, dass Philophobiker im Grunde keine Angst vor Beziehungen haben. Im Gegenteil: Sie wechseln recht schnell von einer Partnerschaft zur nächsten. Durch ihre innere Distanz bleiben sie unverbindlich und oberflächlich. So können sie ihre Ängste nicht nur vor sich selbst, sondern auch vor anderen verbergen. Denn solange sie in einer Partnerschaft sind, müssen sie ihre Angst nicht eingestehen – ein Teufelskreis, aus dem es auszubrechen gilt.

Wie können Sie lernen, Ihre Angst vor der Liebe zu bewältigen?

  1. Stellen Sie sich Ihren Ängsten: Die Phobie zu benennen und anzuerkennen, ist der erste Schritt, denn nur so lässt sie sich bewältigen. Erst wenn wir die Angst annehmen, die unser Verhalten und unsere Entscheidungen bestimmt, können wir beginnen, sie zu überwinden. Hilfreich ist es, darüber nachzudenken, wovor Sie sich fürchten und worauf Sie Ihrer Meinung nach verzichten müssten – und die Ergebnisse aufzuschreiben.
  2. Vergleichen Sie Beziehungen nicht miteinander: Eine neue und eine alte Partnerschaft lassen sich nicht miteinander vergleichen – jede ist einzigartig, und der Ausgang ist nicht vorhersehbar. Wer sich früher beim Verlieben schlechte Erfahrungen eingefangen hat, überträgt die entstandenen Ängste schnell auf eine neue Beziehung. Dem Partner gegenüber ist das jedoch unfair, und es verhindert einen unbefangenen Umgang mit ihm.
  3. Übernehmen Sie Verantwortung: Wir müssen lernen, Verantwortung zu übernehmen und unser Glück nicht in fremde Hände zu legen. Unser Selbstvertrauen darf nicht von der Liebe und der Anerkennung unseres Partners abhängen.
  4. Nehmen Sie eine Zurückweisung nicht persönlich: Das heißt, Sie machen sich nicht selbst für das Ende einer Beziehung verantwortlich. Es ist gerade die Angst vor Zurückweisung, die viele Menschen von intensiven Beziehungen abhält. Ein geringer Selbstwert, der oft aus frühen Erfahrungen von Ablehnung entsteht, lässt sich jedoch überwinden. Wenn Sie anfangen, sich in allen Ihren Facetten zu lieben und Ihre Einzigartigkeit anzunehmen, können Sie innere Stärke und Sicherheit aufbauen, um Verluste zuversichtlich zu bewältigen – und die Angst vor der Liebe hinter sich zu lassen.
  5. Holen Sie sich fachliche Unterstützung: Die meisten, die unter der Angst vor der Liebe leiden, tragen diese Last in Wirklichkeit schon lange mit sich. Sie sehnen sich nach einer Partnerschaft, und die Unmöglichkeit dauerhafter Beziehungen belastet die Psyche stark.

Wenn Sie sich scheuen, mit einer Einzeltherapie zu beginnen, oder nicht wissen, für welche Fachperson Sie sich entscheiden sollen, dann sind Sie im Klub „Freuds Erbe“ willkommen: Dort erhalten Sie regelmäßig Unterstützung von unseren Beraterinnen und Beratern.

Fazit: Der Angst vor der Liebe entgegenzutreten, ist ein starker Schritt.

Jeder Mensch möchte lieben und geliebt werden. Für manche ist das aber nicht so einfach: Schon der bloße Gedanke an emotionale Nähe weckt den Wunsch zu fliehen. Die Angst vor der Liebe kann Stress und Enttäuschung auslösen; die Angst vor emotionaler Abhängigkeit, vor Kontrollverlust und vor Liebeskummer ist zu groß. Das Ergebnis: Wer sich dem Partner nicht wirklich zeigt und immer auf der Hut ist, blockiert die Möglichkeit, einander wirklich kennenzulernen, und beraubt sich des Glücks einer harmonischen Beziehung. Der österreichische Schriftsteller Arthur Schnitzler bringt es in seinem berühmten Zitat auf den Punkt:

„Ärger betrogen ist der, der aus Angst vor Enttäuschung immer wieder das Glück versäumt, als jener, der jede Möglichkeit des Glücks ergriff – auf die Gefahr hin, dass es schon keine mehr war.“

Jede intensive Beziehung ist eine Herausforderung, die uns wachsen und uns selbst besser kennenlernen lässt.

Wenn Sie Hilfe und Unterstützung brauchen, um Ihre Angst vor Liebe und Nähe zu bewältigen – melden Sie sich!

Ihre Beraterin – Natalja Netschaj