Der Ego-Typ „Kontakt mit den Emotionen“. Anziehung und Abneigung

Der Ego-Typ „Kontakt mit den Emotionen“. Anziehung und Abneigung

Es gibt Menschen, deren Psyche auf Emotionen getrimmt ist. Anders als jene, die alles mit dem Kopf entscheiden, entscheiden diese Menschen über Intuition, Empfindungen und innere Zustände: über Anziehung und Abneigung. Und das ist wunderbar, denn die Rede ist von Menschen mit dem „psychologischen Ego-Typ“, deren wichtigstes psychisches Werkzeug der „Kontakt mit den Emotionen“ ist

Wir alle haben Emotionen und inneres Erleben. Unsere Emotionen sind das System des äußeren Ausdrucks unseres gefühlten inneren Zustands. Unsere Empfindungen sind das tiefe System der motivierenden Signale.

Wir erleben Emotionen, aber wir zeigen sie immer auch: Wir schreien, weinen, schimpfen, flüstern zärtliche Worte und so weiter.

Emotionen haben immer einen Adressaten im Außen, dabei richtet sich die eigentliche Botschaft unserer Emotionen nicht an das Gegenüber, sondern an uns selbst. Die Hauptaufgabe unserer Emotionen ist es, uns mitzuteilen, wie es uns gerade geht.

Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass Sie zuerst zu schreien beginnen und erst danach merken, dass Sie wütend sind. Oder dass Sie zu weinen beginnen und erst danach merken, dass Sie sich selbst leidtun, dass Sie traurig sind. Emotionen richten sich nach außen, die eigentliche Adresse sind aber wir selbst.

Deine Emotionen sind schwach entwickelt

sagen Menschen, bei denen der Kontakt mit den Emotionen „wehtut“

Aber nicht bei jedem Menschen sind Empfindungen und Emotionen der wunde Punkt. Zuerst ist es gut zu verstehen: Der „Kontakt mit den Emotionen“ ist ein Ego-Typ. Also eine Besonderheit darin, wie die Psyche arbeitet – worauf genau das Hormon-, das Nerven- und das Neuronensystem eines Menschen ausgerichtet sind. Neben dem „Kontakt mit den Emotionen“ gibt es noch den „Kontakt mit der Realität“ und den „Kontakt mit der Erkenntnis»

Wir können Emotionen und Empfindungen nicht gleichzeitig bewusst wahrnehmen; wir müssen uns für eines entscheiden. Zum Beispiel ein Mensch, der auf das Erleben seiner Empfindungen konzentriert ist, schweigt in diesem Moment in der Regel und drückt nichts nach außen aus. Versuchen Sie selbst, jetzt einmal in Ihre Empfindungen hineinzuhorchen.

Bei Menschen mit dem psychologischen Ego-Typ dreht sich das wichtigste psychische Werkzeug, der „Kontakt mit den Emotionen“, also genau um den äußeren Ausdruck von Emotionen und um inneres Erleben. Nach außen zeigt sich das in der Anziehung (zu Menschen, zu Interessen, zu Ereignissen, zu Essen), und innen schlägt sie oft in Abneigung um. Dass Anziehung und Abneigung, Liebe und Hass, Sadismus und Masochismus, Voyeurismus und Exhibitionismus zwei Seiten derselben Medaille sind, hat übrigens schon Freud in der Arbeit „Triebe und Triebschicksale“ bemerkt.

Ihr wunder Punkt ist die Nähe

Wenn Sie sich Menschen mit dem psychologischen Ego-Typ als Partner ausgesucht haben – was ist gut zu wissen über ihren „Tick“, die Nähe. Bei ihnen dreht sich alles um das Bedürfnis nach Nähe oder um deren Vermeidung.

Wenn sie Nähe vermeiden, dann ist zu wenig Näheschmerzhaft, und zu viel Nähe – ebenfalls schmerzhaft. Sie wird gebraucht, lässt sich aber schwer herstellen. Wenn jemand einmal nahe geworden ist, fällt das Loslassen schwer. Und selbst wenn es weh tut, halte ich es aus, weil dieser Mensch mir nah ist.

Oder das andere Extrem – jede Begegnung läuft von Anfang an auf einer hohen Ebene der Nähe. Nähe wird gar nicht erst aufgebaut. Die Begegnung läuft sofort so, als wären wir längst vertraut. Es gibt kein Eingewöhnen, es gibt keinen Einstieg in die Beziehung. Die Barriere fällt sofort: ich muss weder Nähe noch Grenzen aufbauen.

Nähe lässt sich bei ihnen leicht ein- und leicht ausschalten, denn ewig vertrauen kann man nicht: jetzt vertrauen wir, und eine Stunde später nicht mehr. Und zu viel Liebe erhebt Anspruch auf Nähe. Deshalb fühle ich mich unfrei und muss weglaufen.