Etwas einfach anzunehmen und zu akzeptieren, auch wenn es uns nicht gefällt, ist sehr schwer. Und doch ist es ein wichtiger Schritt zu einem glücklichen Leben. Denn es gibt Dinge, die wir nicht ändern können. Ich gebe Ihnen Tipps und Übungen, mit denen Sie Akzeptanz lernen können.
Akzeptanz als Fähigkeit
Im Leben begegnen uns ständig Situationen, Menschen oder Probleme, die nicht unseren Vorstellungen entsprechen und die uns auch Leid zufügen können. Akzeptanz heißt vor allem: das als gegeben annehmen. Das hat nichts mit Aufgeben oder Verlieren zu tun – im Gegenteil: Solange Sie gegen etwas kämpfen, das Sie nicht ändern können, verbrauchen Sie Zeit und Energie, die Sie an anderer Stelle dringend brauchen. Etwas zu akzeptieren bedeutet dagegen: Sie werden viele negative Gefühle los – Verzweiflung, Hilflosigkeit, Angst oder Wut. Die gesparte Energie können Sie nun nutzen, um Lösungen zu finden und Ihre Lage zu verbessern. Akzeptanz zu lernen heißt auch, das Ruder im eigenen Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen.
8 Grundtatsachen, die Sie jetzt akzeptieren sollten
Ja, es ist schwer. Aber es gibt Dinge, die sich einfach nicht ändern lassen, so sehr wir auch etwas dagegen tun wollen. Dazu gehören die folgenden acht Tatsachen:
- Alles Lebendige stirbt. Sie selbst werden irgendwann sterben, ebenso Ihre Freunde und Ihre Angehörigen. Das anzunehmen ist schwer, aber notwendig. Denn nur mit dem klaren Wissen um diese Tatsache können Sie Ihr Leben in vollen Zügen genießen und sich so gut wie möglich auf das vorbereiten, was eines Tages geschieht.
- Absolute Sicherheit gibt es nicht. In Ihrem Leben gibt es viele Risiken, die Sie verringern können. Trotzdem bleiben noch viele Gefahren. Schlimme Dinge können Ihnen passieren, und längst nicht alle können Sie verhindern. Diese Einsicht kann erschrecken, aber auch beruhigen. Denn sie bedeutet: Sie sind nicht dafür verantwortlich, alles zu kontrollieren.
- Die Vergangenheit lässt sich nicht mehr ändern. Die meisten Menschen tragen eine Last aus der Vergangenheit mit sich. Und vielen fällt es schwer, sich von diesen Erinnerungen zu lösen und mit der Vergangenheit Frieden zu schließen. Akzeptanz ist der Weg zu mehr Glück im Leben. Was passiert ist, ist einmal passiert. Aber Sie haben die Möglichkeit, es von heute an besser zu machen und Ihre Erfahrung zu nutzen.
- Menschen sind verschieden. Sie haben unterschiedliche Werte, Grundsätze, Ideen, Überzeugungen, Gefühle, Erfahrungen und Ziele. Viele Menschen unterscheiden sich stark von Ihnen – auch in Bereichen, die Ihnen wichtig sind. Es ist einfach so.
- Die Welt ist nicht gerecht. In den meisten Filmen und Büchern wird am Ende das Gute belohnt und das Böse bestraft. Das liegt daran, dass wir wollen, dass die Wirklichkeit genauso funktioniert. Leider ist das nicht der Fall. Schlimme Dinge können selbst den besten, ehrlichsten, aufrichtigsten und mutigsten Menschen passieren. Und ziemlich oft kommen furchtbare Menschen mit dem durch, was sie tun. Die Welt ist nicht gerecht. Nur wenn Sie diese Grundtatsache annehmen, können Sie sich im einzelnen Fall für Gerechtigkeit einsetzen und für sie kämpfen.
- Andere Menschen werden über Sie urteilen. Es wäre sehr schön, wenn wir einander alle achten und unterstützen würden. Tatsache ist aber: Es wird immer Menschen geben, die über Sie, Ihr Handeln und Ihre Werte urteilen. Sich von so beschränkten Urteilen nicht aus der Bahn werfen zu lassen, ist eine hohe Kunst. Sie werden diese Kunst beherrschen – Sie haben es schon erraten –, wenn Sie akzeptieren, dass Sie es nicht allen recht machen können.
- Alle machen Fehler. Fehler gehören dazu, im Kleinen wie im Großen. Sie selbst haben schon Fehler gemacht und werden noch weitere machen. Erst wenn Sie diese Tatsache annehmen, können Sie aus Ihren Fehlern lernen und den Folgen Ihrer Entscheidungen ins Auge sehen.
- Ihre Umstände sind, wie sie sind. Herkunft, Geschlecht, Gesundheit, finanzielle Lage, Familie … Viele Menschen kämpfen ständig gegen ihre Umstände und merken nicht einmal, dass sie dabei auf der Stelle stehen. Es kann gut sein, dass Ihre Startbedingungen schlechter sind als die anderer. Wenn Sie die Umstände aber immer nur beklagen, kommen Sie niemals voran. Ihre Lage anzunehmen ist der erste Schritt, um das Beste aus Ihren Möglichkeiten zu machen.
10 Tipps, um Akzeptanz zu entwickeln
Vielleicht hat Sie der letzte Abschnitt betroffen gemacht, vielleicht traurig oder niedergedrückt. Das ist normal, wir haben dort schmerzhafte Themen berührt. Trotzdem – und vielleicht gerade deswegen – lohnt es sich, daran zu arbeiten. Ich zeige Ihnen, wie. Hier sind zehn wichtige Tipps, die Ihnen helfen, Akzeptanz zu lernen:
1. Denken Sie über die Dinge nach, die schwer zu akzeptieren sind
Nachdenken ist ein wichtiger Schritt der Akzeptanz. Lassen Sie die schwierigen Themen an sich herankommen und wenden Sie ihnen weiter Ihre Aufmerksamkeit zu. Sie werden merken, dass sie dadurch allmählich leichter werden. Lassen Sie sich von den Themen aber nicht beherrschen: Sie entscheiden, wann Sie daran denken und wann es genug ist.

2.Ihre Gefühle sind Ihr Wegweiser

Wenn Sie wütend sind, sich verzweifelt fühlen oder Angst haben, lohnt es sich, genauer hinzusehen. Woher kommen diese Gefühle? Oft steht dahinter ein Thema, das Sie nicht ändern, aber auch nicht annehmen können. Dann können Sie es sich näher ansehen.
3. Richten Sie den Blick auf das, was Sie ändern können
Akzeptanz heißt nicht Passivität, im Gegenteil: Richten Sie den Blick auf jene Lebensbereiche, in denen Sie etwas ändern können. Sie werden merken, wie viele es sind und wie gut es tut, wirklich etwas zu bewegen.
4. Lernen Sie Gelassenheit kennen
Eine gelassene Haltung lässt sich auch im Kleinen üben. Machen Sie sich immer wieder klar, dass es keinen Sinn hat, sich zu ärgern, wenn eine Situation nicht zu ändern ist. Entscheiden Sie sich bewusst dafür, ruhig zu bleiben.
5. Bleiben Sie im Augenblick
Wenn Sie immer wieder über die Vergangenheit nachdenken oder sich um die Zukunft sorgen, kann Ihnen diese kleine Übung helfen: Atmen Sie einige Male tief durch und sagen Sie sich: „Ich bin hier und jetzt, es zählt nur dieser Augenblick.“ Dann richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf das, was Sie in diesem Moment sehen können. Was sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen Sie? Das ist der Augenblick, hier und jetzt.
6. Schließen Sie Themen der Vergangenheit ab
Nehmen Sie sich eine Stunde Zeit und machen Sie es sich mit Schreibzeug und einer Tasse Tee bequem. Sammeln Sie die Themen und Situationen aus Ihrer Vergangenheit, die Sie noch festhalten und beschäftigen. Sehen Sie sich dann jede Situation einzeln an und überlegen Sie, was Sie zu ihrer Klärung noch tun können oder sollten. Meistens werden Sie sehen: Mehr als das, was Sie getan haben, können Sie nicht tun oder haben dazu keine Möglichkeit. In anderen Fällen können Sie zum Beispiel um ein klärendes Gespräch bitten, wenn das für Sie Sinn hat.

Machen Sie konkrete Handlungspläne, wie Sie vorgehen wollen. Und schließen Sie dann ein Thema nach dem anderen ab. Situationen, an denen Sie nichts ändern können, kommen zuerst. Schreiben Sie sie einzeln auf ein kleines Blatt Papier und überlegen Sie, was Sie aus der jeweiligen Situation noch lernen können. Danken Sie dieser Situation dann für die Lehre, verbrennen oder zerreißen Sie das Blatt und lassen Sie das Thema mit ihm gehen. Sobald Sie ein weiteres Thema abgeschlossen haben, machen Sie damit dasselbe. Bei einigen Themen werden Sie die Übung sicher noch einige Male wiederholen müssen, aber Schritt für Schritt können Sie solche schwierigen Situationen abschließen.
7. Sprechen Sie klar
Wenn wir etwas nicht annehmen wollen, weigern wir uns oft schon, es anzusehen oder zu benennen. Nutzen Sie die Kraft Ihrer Worte, um hinzusehen. Sagen Sie klar, wie die Lage ist:
- „Ja, ich bin falsch abgebogen und stehe jetzt im Stau auf der falschen Autobahn.“
- „Ja, ich habe eine Diagnose bekommen, die mir Angst macht.“
- „Ja, ich glaube, meine Beziehung geht zu Ende.“
- „Ja, mein Traum ist zerbrochen.“
Indem Sie das Thema klar benennen, lassen Sie die Unterdrückung hinter sich und schaffen die Möglichkeit, es anzunehmen und dann Lösungen zu finden, statt zu verzweifeln.
8. Seien Sie nachsichtig mit sich
Erlauben Sie sich zu trauern, wütend zu sein, Fehler zu machen, nicht alles zu schaffen, manche Dinge schwer annehmbar zu finden. Auch das ist eine Form der Akzeptanz: sich zu erlauben, so zu sein, wie man ist.
9. Seien Sie dankbar
Je genauer Sie wissen, wie viel Gutes in Ihrem Leben ist, desto leichter fällt es Ihnen, das Schlechte anzunehmen. Seien Sie also dankbar – zum Beispiel mit dieser kleinen Übung: Schreiben Sie jeden Abend vor dem Einschlafen drei Dinge auf, die Sie heute glücklich gemacht haben, die besonders schön waren oder für die Sie dankbar sind. Vielleicht kommen immer wieder dieselben Themen vor, aber das macht nichts. Es zeigt nur, dass es in Ihrem Leben sehr wertvolle Dinge gibt. Dankbarkeit macht Sie mit jedem Tag ein wenig glücklicher und hilft, Krisen besser zu überstehen.

10. Nutzen Sie die frei werdende Energie
Wenn Sie merken, dass Sie ein Thema annehmen können, werden Sie auch merken, wie neue Energie frei wird. Angst, Wut und Widerstand binden viele Kräfte, die Sie an anderer Stelle nutzen können. Wenn Sie merken, dass Ihnen noch Kräfte geblieben sind, genießen Sie dieses Wissen und setzen Sie es bewusst für das ein, was zu Ihnen passt.
Machen Sie sich klar: Akzeptanz zu lernen bedeutet kein Scheitern. Im Gegenteil – es bedeutet, das Leid zu verringern, die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen und die Kräfte in das zu stecken, was Sie wirklich ändern können.
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Akzeptanz lernen – der Weg zum Glück! – 30. April 2021, 18:00 – Europe/Vienna
(30. April 2021, 18:00 – Europe/Vienna) Im Leben begegnen uns ständig Situationen, Menschen oder Probleme, die nicht unseren Vorstellungen entsprechen und die uns auch Leid zufügen können. Akzeptanz heißt vor allem: das als gegeben annehmen. Das hat nichts mit Aufgeben oder Verlieren zu tun – im Gegenteil: Solange Sie gegen etwas kämpfen, das Sie nicht ändern können, verbrauchen Sie Zeit und Energie, die Sie an anderer Stelle dringend brauchen. Etwas zu akzeptieren bedeutet dagegen: Sie werden viele negative Gefühle los – Verzweiflung, Hilflosigkeit, Angst oder Wut. Die gesparte Energie können Sie nun nutzen, um Lösungen zu finden und Ihre Lage zu verbessern. Akzeptanz zu lernen heißt auch, das Ruder im eigenen Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen.
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