Selbstständigkeit bei Kindern

Selbstständigkeit bei Kindern

Selbstständigkeit. Heute sprechen wir über sie – und darüber, wie wir unseren Kindern helfen können, selbstständig zu werden. Viele sagen heute, die Gesellschaft sei infantiler geworden: Junge Menschen sind nicht bereit, Entscheidungen zu treffen, nicht bereit, für ihr Handeln einzustehen, nicht bereit, eine Familie zu gründen …

Und die Wurzeln von all dem liegen natürlich in der Kindheit. Sehr viele Eltern behüten ihr Kind so sehr, dass sie es mit ihrer Liebe geradezu ersticken. Du bekommst die Schuhbänder nicht zu – Mama, die Superheldin, ist schon da: schwupp, und die Bänder sind gebunden … ganz ohne Anstrengung …

Du willst die Hausaufgaben nicht machen – Papa, der Strenge, ist schon da: schwupp, und du machst sie unter dem Druck der Angst … Ständig „helfen“ wir unseren Kindern, indem wir etwas für sie erledigen oder sie zum Tun überreden – und hören damit völlig auf, ihren Willen zu entwickeln. Was also tun?

1. Wir fangen ganz früh an

Wir geben dem Kind die Möglichkeit, sich selbst zu bewegen, den Versuch zu machen, sich hinzusetzen, zu krabbeln, auf die Beine zu kommen, ein Spielzeug zu wählen. Für einen Säugling ist genau das gelebte Selbstständigkeit. Es ist oft ziemlich komisch, wenn junge Mütter erzählen, sie hätten das beste Spielzeug für ihr Kind ausgesucht – und es dem Kind dann aufdrängen, nach dem Motto: Schau mal, was für ein tolles Spielzeug. Das Kind spielt mit einem Topf oder mit einem Bonbonpapier, und beides wird ihm sofort weggenommen und durch das „gute und nützliche“ Spielzeug ersetzt.

2. Wir bewerten die Handlungen des Kindes, nicht das Kind selbst

Zum Beispiel: Das Kind hat abgewaschen oder das Spielzeug weggeräumt – loben Sie es, auch wenn es nicht besonders gut gelungen ist. Wichtig ist, dieses Fünkchen im Kind am Leben zu halten – das Fünkchen Lust, etwas zu tun. Wie würden Sie sich fühlen, wenn jede Ihrer Bewegungen kontrolliert und jede Ihrer Handlungen bewertet würde? Natürlich unwohl. Dann lieber gar nichts tun, als etwas zu tun und danach keinerlei Rückhalt zu bekommen.

3. Wir machen die Dinge gemeinsam!

Und nicht anstelle des Kindes.) Bevor man etwas verlangt, muss man es beibringen. Zeigen Sie beim gemeinsamen Aufräumen, wo der Platz für das Spielzeug ist, wie man den Löffel benutzt oder sich anzieht, wie man mit Lego spielt. Ein sehr häufiges Anliegen von Eltern: Er will nicht allein spielen! Wir fangen also gemeinsam mit der Mutter an zu spielen – und es stellt sich heraus, dass die Mutter selbst nach fünf Minuten das Interesse verliert und zum Handy greift, um nachzusehen, ob eine Nachricht gekommen ist. Wenn Sie Ihrem Kind ein wenig Geduld schenken und ihm zeigen, dass ein Spiel spannend sein kann, lernt es nach und nach von selbst zu spielen, ohne Sie dazuzuholen. Wichtig ist auch: Kleine Kinder können ihre Aufmerksamkeit tatsächlich nicht lange auf einer Sache halten. Im Vorschulalter kann die Tätigkeit alle 20–30 Minuten wechseln, und das ist kein Zeichen von Hyperaktivität oder Unselbstständigkeit.

4. Machen Sie es nicht anstelle des Kindes noch einmal

Altersbedingt können Kinder Dinge nicht so ausführen wie Erwachsene. Wenn das Kind etwas schlecht gemacht hat, loben Sie es und schlagen Sie vor, es noch einmal gut zu machen – aber gemeinsam. So nehmen Sie ihm die Lust am Helfen nicht. Versuchen Sie nicht, Dinge zu erledigen, ohne das Kind abzuwarten. Oft haben wir es eilig und wollen nicht warten, bis sich das Kind allein anzieht. Gut – dann geben Sie ihm diese Möglichkeit am Wochenende, wenn Eile nicht nötig ist. Und nach und nach lernt es, sich anzuziehen, und tut das auch an Werktagen schnell.

Auf diesem Weg ist es wichtig, sich zu merken: Die Selbstständigkeit der Kinder hängt eng mit unserer Geduld zusammen. Und ja – ohne Fleiß kein Preis!

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