Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Und was wollen Sie, meine lieben Leserinnen und Leser, von Fachleuten und anderen Beziehungsexperten hören? Sie wollen etwas über die „Wunderpille“ hören, über die „5 einfachen Schritte“, über „wie man in 3 Monaten eine gute Beziehung aufbaut“, „wie man einen Mann/eine Frau in sich verliebt“ und so weiter. Und natürlich kippt man Ihnen auf Wunsch jede Menge Mist auf den Markt, nur um Ihre Nachfrage zu bedienen. Und Sie nicken zufrieden und glücklich mit dem Kopf und geben freudig Ihr Geld, damit man Sie wieder einmal betrügt! Es gibt aber eine Wahrheit über Beziehungen.
Wenn Sie diesen Artikel lesen, dann wollen Sie endlich eine harmonische Beziehung aufbauen. Dieser Artikel wird kein „Hach, wie süß“ verbreiten, er wird Ihnen nichts von Romantik erzählen und Ihnen keine rosarote Brille aufsetzen. Die Information, die ich Ihnen gebe, wird über Sie hereinbrechen wie ein Kübel kaltes Wasser – in der Hoffnung, Sie zu ernüchtern! Wer die bittere Wahrheit nicht braucht, liest besser nicht weiter!
Über den Betrug.

Ein Aufmerksamkeitstest.
Eine harmonische Beziehung, die Ihnen bis ans Lebensende Freude und Glück bringt, ist nur im Zusammenspiel zweier psychisch reifer erwachsener Menschen möglich!
Natalja Netschaj
Beginnen wir wohl mit der Betrachtung jener Informationen, die Ihnen im Internet schon mehrfach begegnet sind; und erst am Ende des Artikels folgt die Beschreibung jener Beziehung, die Sie anstreben und doch nie erreichen! eben Sie einen beliebigen Text ein ...
Neurotische Beziehungsformen.
1. Mama – Sohn.
Das ist die Beziehung zwischen einem infantilen Mann (Neurotiker) und einer Mama-Frau (Neurotikerin). Darin wird keiner der beiden glücklich. Das ist eine ganz normale neurotische Beziehung, in der eine verletzte Psyche versucht, ihre neurotischen Bedürfnisse zu decken – und die bestehen im Wesentlichen darin, endlich eine liebende Mutter zu bekommen. Ist die Verletzung verständlich? Oder soll ich es erklären?
Der Haken ist: Diese Bedürfnisse lassen sich nicht befriedigen, selbst wenn Sie 50 Jahre zusammenleben!

2. Papa – Tochter

Dasselbe in Grün. Das ist die Beziehung zwischen einem „Ich bin ein Kerl“ und einem ewigen Mädchen, einer kleinen Nymphe. Er meint, er müsse bemitleiden, sorgen, verwöhnen, aushalten und so weiter – so und nur so, denn ich bin ein Kerl. Sie meint: „Was für ein Glück, ich habe eine Ressource gefunden“, die mir alles schuldet; da kann ich ja weiter nicht erwachsen werden und ewig klein bleiben, eine launische kleine Prinzessin auf Papas Schoß.
Der Mann tritt freiwillig als Ressource auf: für Geld oder starke Gefühle oder Fürsorge (in all ihren Formen) oder Kinder oder ............... alles hängt von den Verletzungen des „Mädchens“ ab.
Hat er etwas nicht gegeben, gehen wir entweder zum Nächsten oder wir machen ihm ein Schuldgefühl und nutzen ihn weiter.
3. „Wir sind wie eins, wir schauen in dieselbe Richtung“
Solche Beziehungen sind im Jugendalter gut, haben aber Folgen, wenn man sie für die über Dreißigjährigen als normal ansieht.
Ooooh! Uns geht es zusammen so gut, wir lieben dasselbe Essen, dieselbe Musik, dieselbe Kleidung, wir haben dieselben Interessen, wir machen alles gemeinsam und überhaupt, wir können nicht ohne einander.
Der Haken beginnt dann, wenn sie oder er nach einiger Zeit Lust auf „ein anderes Essen, ein anderes Buch und so weiter“ bekommt und die Reaktion der Partnerseite lautet: „Aaaaaus, du liebst mich nicht mehr“.
Und dann gibt es zwei Varianten: entweder sich nicht weiterentwickeln oder sich trennen – denn mir ist das ewig Gleiche langweilig geworden, ich will etwas anderes ausprobieren.

4. „Wir ergänzen einander“

Aha, zwei Vampire, die einander die Ressourcen aussaugen. Ich erkläre es. Der eine Partner hat eine Neurose, nennen wir sie „mir fehlt etwas“, und der andere hat von diesem „etwas“ jede Menge – und umgekehrt. Deshalb sind wir zusammen! Wir ergänzen und überfüllen einander! Wir passen wie der Schlüssel ins Schloss!
Der Haken beginnt dann, wenn einer von diesem „etwas“ zu wenig oder nicht rechtzeitig bekommen hat.
Wissen Sie, wie in dem Witz:
Zwei Schildkröten finden einen Lebkuchen und überlegen, wie sie ihn teilen sollen.
Die eine sagt: „Hör mal, spielen wir doch Kaufladen.“
Die andere denkt sich: „Was für eine Dumme, ich komme gleich und kaufe ihr den Lebkuchen ab, dann gehört er mir“, und antwortet: „Machen wir!“ Die Erste sagt: „Na, dann kriech ein Stück weg, damit es echt aussieht, so als gingest du in den Laden.“
Die Zweite kroch weg, kroch in den „Laden“ und sagt: „Einen Lebkuchen, bitte.“
Die Erste antwortet laut schmatzend: „Lebkuchen sind, mampf, mampf, leider aus.“
In solchen Beziehungen beginnt also bald die Abrechnung: Wer hat wie viel gegeben und wer wie viel zu wenig?
4. „Wir sind völlig verschieden und deshalb sind wir zusammen!“
Am Anfang sieht alles aus wie in Punkt 4. Zwei völlig verschiedene Menschen sind zusammen, weil ihnen das gefällt, was der andere hat und was mir fehlt.
In Wirklichkeit sind das zwei Psychotypen (dazu mehr in einem anderen Artikel), die sich „ihren Schatten“ als Partner ausgesucht haben.
Als Schatten bezeichnet man in der praktischen Psychologie jenen Zustand, in dem ein Mensch die größtmögliche Menge an Ressource bekommt. Den Schatten zu erreichen ist eine riesige und lange Arbeit an sich selbst; ohne die lange Arbeit mit einer wirklich guten Begleitung kommt man nicht dorthin, und lassen Sie sich nicht von Trainings täuschen, die Ihnen versprechen, Ihnen den Sprung dorthin beizubringen.
Für alle, die noch nicht mitgekommen sind, erkläre ich es. Der Schatten ist jener Zustand, den Sie unbewusst anstreben und in dem es Ihnen verdammt gut gehen wird. Zum Beispiel wollten Sie immer schon einmal allein sein, aber selbst wenn Ihnen das gelang, fühlten Sie sich nicht wohl in Ihrer Haut (das ist so, solange man es nicht bearbeitet hat), während Ihr Partner sich das fast täglich gönnt und sich prächtig fühlt – man kriegt ihn da gar nicht mehr weg. Lange im Schatten zu bleiben, ist allerdings nicht gesund; sozusagen: in den Schatten gegangen – aufgeladen – und wieder heraus.
Der Haken entsteht aus dem Neid, weil man im eigenen Partner ständig das sieht, was man selbst so sehr möchte, aber nicht erreichen kann – ohne Wegbegleitung kommt man nicht hin!

Ich denke, das reicht an Beziehungsformen; das sind sozusagen die wichtigsten, es gibt Unterarten, es gibt Mischformen und so weiter. Entscheidend ist: Das alles sind ganz gewöhnliche neurotische Beziehungen, von denen es auf der Welt die meisten gibt. Und wenn Sie bis hierher gelesen haben, dann sind Sie mit dem, was Sie jetzt haben, eben doch nicht zufrieden und wollen die Wahrheit wissen. Also weiter!
Eine gesunde, harmonische, glückliche Beziehung ist tägliche Arbeit an sich selbst und an der Beziehung.
Erschrocken? Haben Sie auf die „Wunderpille“ gewartet?
Dann hören Sie auf zu lesen und suchen Sie sich etwas wie „harmonische Beziehung in 5 Minuten“!
Alle anderen lesen weiter.
Um eine harmonische Beziehung aufzubauen, müssen Sie zunächst eine gesunde Persönlichkeit aufbauen!
Eine gesunde Persönlichkeit ist ein Mensch, der mit sich und mit anderen im Einklang ist, bei dem 95 % der Zeit eine neutral-positive Stimmung und Einstellung zur Welt herrscht, dessen Alter im Pass mit dem psychischen Alter übereinstimmt; jemand, der alle Initiationen entsprechend seinem Alter durchlaufen hat; jemand, der an seinen Neurosen gearbeitet hat und weiter daran arbeitet; jemand, der in der wirklichen Wirklichkeit lebt; jemand, der sein Inneres Kind kennt (und mit ihm im Einklang ist) und ebenso seinen Inneren Elternteil; jemand, der seinen Inneren Erwachsenen rechtzeitig hervorholen und sich mit seinem eigenen Saboteur einigen kann; jemand, der ......................... soll ich weitermachen oder reicht es?

Wie macht man das?
Das ist ein langes Lied, das ich in anderen Artikeln singen werde; nur eines sage ich jetzt: Ohne gute Wegbegleitung kann man beliebig lange in sich graben und sogar herausfinden, wo der Hund begraben liegt – und was dann, was macht man dann mit diesem Hund? Genau deshalb gehen wir zu einer Fachperson. Von mir aus gesagt: Ich liebe solche Klientinnen und Klienten, die schon selbst etwas ausgegraben haben – das zeigt, dass sie bereit sind zu arbeiten!
Und da dieser Prozess (eine gesunde Persönlichkeit aufzubauen) bis ans Ende unserer Tage dauert, suchen wir uns eine Partnerin oder einen Partner, die oder der ebenfalls am Aufbau einer gesunden Persönlichkeit arbeitet.
Und dann bekommen wir Folgendes.
Zwei Persönlichkeiten, die verstanden haben, dass der Mensch sich selbst erschafft, dass es nie zu spät ist, eine glückliche Kindheit zu haben (damit meine ich: Was auch immer in der Vergangenheit schiefgelaufen ist, alles lässt sich bearbeiten und aus einem anderen Blickwinkel betrachten. So entstehen neue Nervenverbindungen, das heißt, die negativen Gefühle aus den Erinnerungen werden durch positive ersetzt – und nicht einfach nur ersetzt, sondern genährt und in eine Fähigkeit verwandelt), und dass der Prozess der Selbstentwicklung in alle Richtungen gehen muss und ein spannender Prozess ist: Diese beiden gehen gemeinsam und helfen einander auf diesem Weg, machen einander besser, streifen nach und nach ihre Verletzungen und Neurosen ab und setzen damit eine Menge Energie frei, die sie darauf richten, glücklich zu leben, im Einklang mit sich und mit anderen!
© Natalja Netschaj
Zeit, Arbeit, Schweiß und Bewusstheit!









