Das Fundament der besten Paarbeziehung.

Das Fundament der besten Paarbeziehung.

Wie oft hören wir bei einer Hochzeit diese Worte, diesen Wunsch an das Paar: Lebt in Vertrauen, in Nähe, in Liebe.

Und jeder versteht diese Worte anders.

Manche denken, sie vertrauen ganz bestimmt – schließlich bitten sie den Partner, die Mutter ins Krankenhaus zu fahren, trauen ihm zu, die Kinder von der Schule abzuholen, oder überlassen ihm den Familienurlaub.

Doch das Vertrauen, von dem Fachleute sprechen, ist etwas völlig anderes.

Vertrauen in der Partnerschaft heißt: Ich darf ich selbst sein. Im verletzlichsten Moment meines Lebens, mitten in einem furchtbaren Misserfolg oder einer völligen Niederlage darf ich kommen und sagen: „Ich habe alles vermasselt.“ Und der Gedanke, dass ich jetzt Vorwürfe zu hören bekomme, taucht nicht einmal auf.

Vertrauen in der Partnerschaft ist die Möglichkeit, jeden verrückten Gedanken, jede Fantasie auszusprechen, ohne Angst, ausgelacht zu werden.

Vertrauen verträgt nicht einmal freundschaftliches Aufziehen, denn in Momenten größter Verletzlichkeit spürt man all das, und es wird zu Schmerz.

Vertrauen ist das Gespräch darüber, was mich bedrückt – ein Sich-Zeigen, ein Sich-Öffnen, ohne Angst, gedemütigt oder verletzt zu werden.

Vertrauen ist, wenn Sie hundertprozentig sicher sind, dass der Partner sich später nicht auf Ihre Kosten erhöht und das Wissen über Ihre schwachen Seiten nicht gegen Sie verwendet.

Vertrauen verlangt ein enormes Annehmen der Persönlichkeit des Partners – und zwar nicht nur seiner brillanten, vorzeigbaren, wunderbaren Facetten, sondern auch seiner unangenehmen „Mistfacetten“.

Nähe hat genau damit zu tun, mit dem Vertrauen. Wie nah darf der Partner an das Innerste heran? In Nähe sein, aber nicht verkleben, sich nicht im anderen auflösen.

Echte, authentische Liebe entsteht, wenn man einem Menschen nah ist, ihn betrachten kann und sich selbst betrachten lässt, ohne Beschönigung. Wenn man das Innerste teilt.

In den Gruppen, die ich leite, spielen wir oft ein Spiel mit dem Namen „Erzähl uns von deinen Mistfacetten“ – von den Lastern, von den Teilen, die man nicht herzeigt.

Wir lernen, ganz zu sein und uns in unserer Verschiedenheit anzunehmen.

Möchten Sie gute Beziehungen, wollen Sie vertrauen und Nähe mit dem Partner erleben?

Fangen Sie bei sich an. Lernen Sie sich kennen. Wie sind Sie? Nehmen Sie sich an – verletzlich, schwach, zärtlich, feige, gierig, lasterhaft, faul, neidisch. Und erst danach wagen Sie es, sich dem Partner zu öffnen. Der Mensch, der zu dir gehört, wird dich verstehen.