Alle kennen das Grimm-Märchen „Schneewittchen“, den Disney-Zeichentrickfilm „… und die sieben Zwerge“, und viele kennen die verschiedenen 18+-Deutungen. Wir wissen ja: Die 18+-Version ist frei erfunden. Das Original dagegen – das ist ein Fingerzeig.
Und was ist den braven Burschen die Lehre? Welche genau? Genau die: ob es klug ist, mit Kolleginnen und Kollegen etwas Privates anzufangen. Don't f…ck the office! Ich erkläre ausführlich, warum.
Wie ist Schneewittchen mit den Zwergen umgegangen?
Es war einmal Schneewittchen. Eine Schönheit war sie. Und sie zog die Männer an. Wer sie auch ansah, wer auch mit ihr sprach, wer auch vorbeiging – der verliebte sich sofort. Das heißt, er meinte, er verliebe sich, aber darum geht es nicht …
Es geht darum, dass Schneewittchen wohl oder übel in eine Männerrunde geriet. Eine Frau, und ringsum nur Männer. Oder in ein Team, in dem es wenige Frauen und viele Männer gibt. Spüren Sie, dass im Märchen ein Fingerzeig auf die Wirklichkeit steckt, dass es also gar kein Märchen ist, sondern eine wahre Geschichte? Ich helfe Ihnen, es zu spüren. Wenn Sie eine Frau sind und die einzige Studentin in einem Männerfach. Oder Sie sind beim Heer, und ringsum Männer. Oder Sie sind in der Arbeit, und ringsum Männer. Oder Sie sind ein Mann, einfach in der Arbeit, und eine Kollegin hat Ihnen gefallen. Man hatte halt Lust … Kurz: Schneewittchen kam zu den sieben Zwergen, gefiel ihnen und blieb bei ihnen wohnen. Sie führte den Haushalt, und die Zwerge beschützten sie vor allen möglichen Gefahren. Oder zahlten einfach das Gehalt.
Aber gegen die Physiologie kommt man nicht an. Schneewittchen hatte Lust, und die Zwerge bekamen auch Lust. Es ist zwar ein Märchen, aber Schneewittchen ist eine schöne Frau, und die Zwerge sind Männer mit Muskeln und Hormonen. Was also tun? Beachten Sie: Vor Schneewittchens Auftauchen lebten die Zwerge friedlich, einträchtig und in Harmonie.
Welche Möglichkeiten hat Schneewittchen? Mehrere:
Übrigens: Genau die dritte Möglichkeit schlugen die sieben Recken der toten Zarentochter in Puschkins „Märchen von der toten Zarentochter und den sieben Recken“ vor. Bekanntlich schrieb A. S. es 1833, 21 Jahre nach den Brüdern Grimm – hat also plagiiert. Und nun: Erinnern Sie sich, was der Älteste der Recken sagte?
„Werte Dame! Weißt du, zu uns allen hast du ein gleich brüderliches Verhältnis. Du gefällst uns allen. Wir alle sieben würden dich am liebsten …, aber es geht nicht. Selbst entscheiden – dazu sind wir noch nicht reif genug. Und dabei will man dich so sehr. Also entscheide du für uns (sei uns also die Mama), lass es nicht zu, dass wir uns zerfleischen. Nimm einen von uns zum Liebhaber.“
der Älteste der sieben Recken
Wofür hat sich Schneewittchen in der Originalfassung der Brüder Grimm entschieden? Was hat die tote Zarentochter den Recken geantwortet? Richtig: Sie ging mit keinem von ihnen ins Bett.
Also einen von außerhalb des Teams. Und das ist eine sehr weise Entscheidung – besonders wenn man bedenkt, dass viele, sehr viele sich für die dritte Möglichkeit entscheiden. Sie fangen also „Beziehungen außerhalb der Dienstvorschrift“ im eigenen Team an, eine „Büroromanze“. Was kommt im wirklichen Leben dabei heraus, wenn Schneewittchen die dritte Möglichkeit wählt?
Ein wenig Statistik
Tatsächlich ist Schneewittchen nicht allein. Es gibt Hunderte Millionen Schneewittchen. Sie geraten regelmäßig in eine ganz lebensnahe, natürliche, biologische Situation und wählen bewusst (oder unbewusst) in der Regel das dritte Drehbuch: mit einem der Zwerge ins Bett zu gehen. Und weil es Millionen solcher Fälle gibt, gibt es zu ihrem Ausgang Statistik.
Die Phase des wilden Sex zwischen Schneewittchen und dem Zwerg dauert in 95 % der Fälle weniger als ein halbes Jahr. Nur 2 % der „dienstlichen“ Vergnügungen wachsen zur Liebe des Lebens. Und selbst unter diesen wenigen Glücklichen wechseln 42 % den Job, um ein Paar bleiben zu können.
Wenn Sie aber scheitern – und das passiert fast immer –, dann wird nach dem so gut wie garantierten Bruch GEKÜNDIGT:
- der Frau, wenn sie der „Handlanger“ ist (weiter unten in der Hierarchie), in 78 % der Fälle
- dem Mann, wenn er der „Handlanger“ ist, in 50 % der Fälle
- dem Chef oder dem Höherrangigen – in 33 % der Fälle.
Glück gehabt, wenn Schneewittchen ein Mann ist – oder der Chef. Und Pech für das Schneewittchen aus dem Märchen, denn sie wird höchstwahrscheinlich von den Zwergen hinausgeworfen. Das heißt, Leute: Ob Sie in der Arbeit die Liebe Ihres Lebens gefunden haben oder bei diesem edlen Versuch gescheitert sind – nur einer von Ihnen beiden bleibt an diesem Arbeitsplatz. Also in jedem Fall: BYE BYE, JOB!
Ein wenig Psychologie
Auch die Psychologie gibt es schon mindestens hundert Jahre, und das hat sie dazu zu sagen. Betrachtet man die Beziehung zwischen dem Mädchen Schneewittchen und dem Jungen Zwerg, so kann es zwischen ihnen sechs Arten von Beziehungen geben. Nämlich:
- Geschäftlich. Zwischen Schneewittchen und den Zwergen herrschen rein wechselseitig vorteilhafte, vertragliche, einander benutzende Beziehungen. Schneewittchen nutzt die Zwerge für Schutz und ein Dach über dem Kopf, die Zwerge nutzen Schneewittchen für Sauberkeit und Ordnung, und darüber haben sie sich geeinigt. Keine Gefühle, keine Emotionen, keine Chemie. Nur Verpflichtungen und deren Erfüllung. „Nichts Persönliches, das ist einfach Business“ zwischen fremden Menschen. Im Prinzip ist es das, was beim Kennenlernen der Figuren geschah.
- Partybekanntschaft. Zum Beispiel: „Wir tanzen, aber fass mir nicht auf den Hintern!“
- Romantisch. Zum Beispiel: „Du bist mein Ritter auf dem weißen Pferd! Dass die Rüstung fehlt, werde ich nicht bemerken.“
- Liebschaft. „Sie sind gesund, ich bin ein verdammter Apoll! Warum sollten wir Zeit verlieren?!“ So eine experimentelle Form körperlicher Interaktion, die auf der klaren Abmachung beruht, dass es ÜBER den Sex hinaus keine Verpflichtungen gibt. Dabei benutzt jeder Partner den anderen egoistisch, um zum eigenen Vergnügen zu kommen.
- Ehe – ein freiwilliger Bund für Nähe und Bewunderung
- Familie – ein unfreiwilliger Bund mit hierarchischer Rollenteilung.
Nun, einige dieser Beziehungen ergänzen einander gut. Andere Kombinationen sind so gegensätzlich, dass sie einfach unvereinbar und ZERSTÖRERISCH sind. Das betrifft besonders GESCHÄFTLICHE Beziehungen und LIEBSCHAFTEN! Warum? Man könnte meinen, Sex und Business hätten viel gemeinsam. Beides beruht auf einer Abmachung, auf gegenseitigem Benutzen, auf gegenseitiger Befriedigung. Und gleichzeitig liegen sie so weit auseinander. Dem Business liegen Abmachungen über den Sex hinaus zugrunde; dem Sex liegt das Fehlen von Abmachungen über den Sex hinaus zugrunde. Dem Business liegt völlige Unpersönlichkeit zugrunde; sexuellen Beziehungen liegt Nähe zugrunde. Und mit der Zeit beginnt das Business, die persönlichen Emotionen zu überdecken. Und wo Sex zur Ware wird, stirbt er.
Ein wenig Wirklichkeit
Als ich die erste Fassung dieses Artikels im Oktober 2017 schrieb, hat das Leben selbst nachgelegt und die Folgen vorgeführt. Am 23. Oktober wurde in Österreich der Chefredakteur der „Wiener Zeitung“, Reinhard Göweil, entlassen. Zum Verständnis: Es geht um das Äquivalent der Zeitung „Prawda“ in der UdSSR. Herr Göweil nahm über Facebook Kontakt zu einer Journalistin der Zeitung auf, bot ihr einen Karrieresprung an und lud sie nach drei Nachrichten zum Sex ein. Die Journalistin überlegte kurz und ging zur Staatsanwaltschaft. Die Redaktion reagierte schnell und entfernte den Chefredakteur. Die Journalistin blieb.
Zur gleichen Zeit warf im weit, weit entfernten Hollywood das ganze Land mit Steinen nach Harvey Weinstein. Nach dem Mann, der Quentin Tarantino gemacht und die kassenstärksten Projekte der letzten 30 Jahre produziert hat – von „Der Herr der Ringe“ über „The King's Speech“, „Der englische Patient“, „Chicago“ und „Spy Kids“ bis zu Gruselfilmen wie „Scream“ und „Scary Movie“. Nebenbei ging er Dutzende der bestbezahlten Schauspielerinnen an. Seine Karriere war zu Ende.
Und das Fazit?
Ziehen Sie das Fazit selbst! Um Sie zu verwirren, zitiere ich Michail Litwak, einen Psychologen mit 40 Jahren Berufserfahrung, gestorben 2019. Er empfiehlt nämlich, den Partner zu suchen
Nur in der Arbeit. Wenn man einen Menschen bei der Arbeit beobachtet, sieht man, was aus ihm geworden ist.
Michail Litwak
Die Chance dafür gibt es. Ganze zwei Prozent! Wenn Sie aber „Pech“ hatten und zu den anderen 98 % gehören und dabei noch in die Gefahr einer Kündigung geraten sind, dann melden Sie sich bei uns. Wir helfen Ihnen, das Problem zu lösen.










