Gibt es den idealen Partner? Nicht den perfekten – sondern den, mit dem eine Beziehung leicht, einfach und erfüllt wäre, mit dem man lebt und sich am Leben freut? Oder ist jede Beziehung Arbeit? Oder meinen Sie, mit jedem Menschen lasse sich eine Beziehung aufbauen, wenn man nur kann, will und sich bemüht?
Ich schließe mich der Ansicht an: Trifft man einen „harmonischen“ Partner, muss man an der Beziehung nicht viel arbeiten – sie geschieht von selbst. Eine solche Begegnung kann ein Geschenk des Lebens sein. Sie kann aber auch schlicht eine Sache des Wissens sein. Und genau davon gebe ich hier einen Hinweis: wie man den „harmonischen“, den idealen Partner erkennt, herausfindet, sieht.
Gibt es den idealen Partner?
… oder was können „harmonische“ Beziehungen sein?
- Manche sagen, in der menschlichen Natur gebe es so etwas nicht – schon deshalb, weil der Mensch nicht gelernt hat, mit sich selbst in Harmonie zu leben. Das stimmt, und trotzdem sind „harmonische“ Beziehungen auch zwischen unharmonischen Menschen möglich.
- Manche sagen, Beziehungen verletzten die Grenzen der Persönlichkeit, und auch das stimmt. Jeder hat ja seine eigenen Kodizes, seine eigenen Gesetze. Es kommt aber vor, dass diese „Gesetze“ einander nicht widersprechen, dass die Grenzen so verlaufen, dass die Menschen sich auf ihnen in einer Symbiose begegnen. Auch deshalb, weil jede Beziehung ein Austausch ist.
- Manche sagen, leichte, einfache und freudvolle Beziehungen heiße man Freundschaft. Wahrscheinlich, weil sie mit dem anderen Geschlecht unmöglich scheinen. Dabei streben wir alle genau danach und empfinden es als Glück.
- Manche denken, das sei dann, wenn allen alles passt. Das gibt es tatsächlich nicht. Es gibt aber den Fall, dass einem nur Kleinigkeiten nicht passen – und die Menschen sind darin harmonisch, dass sie die Makel des anderen als Kleinigkeiten wahrnehmen.
Mit anderen Worten: Es gibt so etwas wie ein Privatleben, in dem man sich nicht anstrengen muss.
Wie findet man eine harmonische Beziehung?
- Manche sagen, dafür sei ein „eiserner Preis“ zu zahlen. Ich bin sicher, meistens ist es so – der Mensch lernt eben lieber aus eigener Erfahrung als aus der Weisheit anderer, auch wenn diese Erfahrung unangenehm ist.
- Viele sind überzeugt, man müsse an ihnen arbeiten, sie aufbauen. Und wenn es ein Bauen ist, dann lässt sich immer und mit jedem etwas bauen. Bauen muss man immer – nur gibt es Dauerbaustellen und ewige „Renovierung“ der Beziehung, und es gibt Schöpfung, das Verwirklichen eigener oder gemeinsamer Ideen.
- Viele verwechseln sie mit einem unerreichbaren Ideal, mit einem Traum. Wir alle träumen davon – aber wenn jemand von vornherein überzeugt ist, dass es unerreichbar ist, dann wird es genau so kommen. Schwer, mühsam und endgültig.
- Manche sagen, „Harmonie“ sei mit dem möglich, der an ihr interessiert ist. Das stimmt – nur sind wir alle an ihr interessiert.
Ein Beispiel für die Suche … aus einem Film
Also: Wie findet man den harmonischen Partner, mit dem das Leben leicht, einfach und freudvoll ist, mit dem man die Beziehung nicht bauen muss, weil sie von selbst entsteht? Im Psynema.Club haben wir anschaulich durchgesprochen, wer für Jelena Iwanowna Podberjoskina harmonisch ist – für die „unfickbare“ Heldin des Kurzfilms „Zärtlichkeit“.
Jelena Iwanowna ist zwar eine Anwärterin auf eine Zwangsstörung, doch dank des Tritts ihrer Freundin, die sie ÖFFENTLICH „unfickbar“ nannte, hat sie rechtzeitig bemerkt, dass man allein mit Organisiertheit in der Karriere keine ganze Frau wird. Innerhalb weniger Stunden probierte Jelena Iwanowna mit unglaublicher Anstrengung, Findigkeit, Zielstrebigkeit und Willenskraft (das sind Eigenschaften, die zugleich die Grundlage und das Problem der manischen Persönlichkeit sind) mehrere Kandidaten aus … erfolglos. Ihr harmonischer Partner dagegen – mit ihm hat es sich irgendwie von selbst ergeben: Er saß zur richtigen Zeit am richtigen Ort, sagte schnell zu und half Jelena Iwanowna unmerklich aus ihrer Neurose heraus. Genau das nenne ich einen harmonischen Partner: kein Bauen, nur Beziehung. Oder fast so)
Im Kurzfilm „Zärtlichkeit“ hatte Jelena Iwanowna wenig Zeit, ihre „Fickbarkeit“ zu finden. Im Leben kann diese Geschichte Jahre und Jahrzehnte dauern. Und die ganze Zeit über verlangt sie zielstrebigen Menschen einen „eisernen Willen“ ab – also verlorene Zeit, verlorene Gesundheit, verlorene Möglichkeiten. Man kann aber auch fragen, und wir antworten: wo man den harmonischen Partner sucht, was er beruflich macht, was für eine Kindheit er hatte, welche Hobbys, wovor er Angst hat, was er sich wünscht, wie man mit ihm umgeht – und wie besser nicht.









