Das Kind kämpft um Aufmerksamkeit. Wie verhalte ich mich?

Das Kind kämpft um Aufmerksamkeit. Wie verhalte ich mich?

Wie verhalten sich Eltern richtig, wenn das Kind (ein Mädchen zwischen 3 und 5) beginnt, um die Aufmerksamkeit des Vaters zu kämpfen? Oder ein Bub um die Aufmerksamkeit der Mutter? Wie reagiert man, wenn das Mädchen zum Beispiel mit der Mutter um die Aufmerksamkeit des Vaters konkurriert und die Mutter aus dem Gespräch zu „verdrängen“ versucht? Was tun Kinder oft, wenn sie sehen, dass Mama und Papa einander umarmen? Sie versuchen, sich dazwischenzuschieben.

Sie kommen angelaufen und rufen: „Oh, wir sind doch eine große Familie, umarmen wir uns alle zusammen!“ – und schieben den Kopf zwischen die Eltern, um sie auseinanderzudrücken … Oder sie fallen genau jetzt hin und man muss zu ihnen laufen und helfen. Genau das ist gelebte Konkurrenz.

Die Aufgabe der Eltern?

Oder ein anderes Beispiel. Der kleine Sohn kommt zum Vater und sagt zu ihm:

„Papa, ich will dich töten! Dann schlafe ich bei Mama!“
Der kleine Sohn sagte zum Vater

Die Reaktion des Vaters: sich innerlich freuen und nach außen sagen: „Braver Bub! Geh ins Zimmer und räum die Spielsachen weg!“ Freuen deshalb, weil der Bub angefangen hat, in Konkurrenz zu leben – und dabei keine Chance auf den Sieg hat.

Die Mutter gönnt dem Mädchen den „Sieg“ nicht, und der Vater gönnt ihn ihr ebenso wenig. Je mehr das Kind um seinen Platz an der Sonne konkurriert, desto deutlicher zeigen Mama und Papa ihm die Beziehung zwischen Mann und Frau. Je heftiger sich das Kind zwischen die Eltern drängt, desto klarer zeigen die Eltern Nähe, Kontakt, den emotionalen Kontakt zwischen Mann und Frau. Desto öfter umarmen und küssen sie sich und schenken einander Aufmerksamkeit in Anwesenheit des Kindes. Und genau damit weisen sie dem Kind seinen Platz zu. Denn der Platz des Kindes ist in einem normalen System unten.

Hören wir dazu den Psychologen Sergej Schischkow in der Sendung „Der weibliche Entwicklungsweg“,

Сергей Шишков - Детская конкуренция. Как вести себя родителям?

Der Platz des Kindes in der Familie

Die Familie ist ein hierarchisches System.

Noch ein Beispiel aus dem Leben. Der Sohn kommt zum Vater:

„Papa, bist du bei uns der Chef in der Familie?“ – „Ja!“
„Und nach dir Mama?“ – „Ja!“
„Und dann die Oma?“ – „Ja!“
„Aber ich bin doch wichtiger als die Katze?“ – „Ja!“
Autor

Und das Kind ging zufrieden weiterspielen: Ihm war die Hierarchie klar geworden, in der es lebt – wer wem untersteht und wie das System der Macht funktioniert.

Und während das Kind Konkurrenz zeigt, muss das vertikale System der Macht sichtbar werden, in dem das Kind seinen rechtmäßigen Platz hat. „Du bist unser(e), wir lieben dich!“ Nicht „mein(e)“, sondern eben „unser(e)“ – denn für das Kind ist es wichtig, Zugehörigkeit zu spüren, zu etwas zu gehören. Auf der anderen Seite muss die horizontale „Gemeinsamkeit“ sichtbar werden, die Geschlossenheit der Position. Wenn die Mutter etwas gesagt hat und der Vater damit nicht einverstanden ist, besprechen Sie es später hinter verschlossenen Türen – in diesem Moment ist der Vater „einverstanden“. Wenn die Mutter mit dem Vater nicht einverstanden ist, schweigen Sie! Besprechen Sie es später, wenn das Kind nicht dabei ist. Vor dem Kind sind Sie immer einer Meinung!

Und am Ende kommt dabei heraus …

Je deutlicher das Kind begreift, dass es Sie nicht trennen kann, desto besser das Ergebnis. Denn am positivsten ist die Position des Verlierens. Wenn das Mädchen den Elektrakomplex verliert und eine zentrale Entscheidung für sich trifft: „Auch gut! Ich brauche das alles gar nicht! Ich werde groß, und dann habe ich alles selbst! Ich werde groß, und dann habe ich mein eigenes Zuhause, meinen eigenen Mann, meine eigenen Kinder! Dann werde ich siegen!“ Genau diese Entscheidung legt ein großes Entwicklungspotenzial an. Darauf bauen die frühen Kinderentscheidungen auf, die vor dem Alter von fünf, sechs Jahren getroffen werden. Diese Entscheidungen sind einfach und ihrer Struktur nach sehr stark, sehr motivierend. Es sind Entscheidungen, die dem Kind damals beim Überleben geholfen haben und die es sein ganzes Leben lang umsetzt. Was wir damals entschieden haben, so leben wir. Es sind Entscheidungen darüber, wer wir sind, wie die Welt ist und was zu tun ist.

Wenn das Mädchen die Konkurrenz mit der Mutter „verloren“ hat, verbessert sich seine Beziehung zur Mutter schlagartig. „Ich will ja trotzdem einen wie Papa. Und wer könnte mir besser als Mama beibringen, wie man so einen Mann einfängt?“ Deshalb wird die Beziehung zur Mutter auf einmal gut. Und die Selbstidentifikation als Frau nimmt sprunghaft zu. Es entsteht eine positive, entwickelnde Konkurrenz, bei der Menschen den Weg gehen, sich selbst zu verbessern. Etwas am anderen gefällt ihnen, und sie sagen: „Wow! Das will ich auch lernen! Das will ich auch erreichen! Ich gehe in denselben Beruf!“