Emotionen darf man nicht zeigen?! STOP!

Emotionen darf man nicht zeigen?! STOP!

Ich höre oft, es gebe „schlechte“ und „gute“ Emotionen. Viele meinen, wütend werden dürfe man nicht, Angst haben sei schädlich, traurig sein sei schlecht und so weiter. Manchmal erlebe ich, dass ein Mensch sich bestimmte Emotionen nicht erlaubt, weil sie seiner Meinung nach oder nach Meinung der anderen „schlecht“ sind. All das ist uns leider von sozialen Normen auferlegt: Von Kindheit an hört das Kind Sätze wie „Wein nicht so laut, was sollen die Leute denken“ und Ähnliches. Solche Aussagen verbieten nicht nur den Ausdruck, sie legen auch ein Schamgefühl auf.

Jede Emotion muss durchlebt werden. Zum Beispiel, indem man sich erlaubt, traurig zu sein, wenn es in diesem Moment nötig ist. Alle Emotionen brauchen wir für irgendetwas. Wichtig ist hier nur, zu lernen, zu verstehen, was Sie in einem bestimmten Moment fühlen oder welche Emotion Sie erleben. Emotionen signalisieren dem Menschen, ob er sich in der Situation, die gerade geschieht, wohl oder unwohl fühlt. Schon daraus lässt sich sagen: Für ein erfülltes Leben braucht der Mensch das ganze Spektrum der Emotionen.

Emotionen sind so natürlich wie andere Funktionen des Körpers. Ein Mensch bekommt bestimmte Probleme, wenn der Bauch schmerzt oder das Atmen schwerfällt. Genauso fühlt sich ein Mensch schlecht, wenn er seine Emotionen in sich unterdrückt hat. Sie leben in seinem Körper weiter.
Wenn wir uns erlauben, verschiedene Emotionen zu fühlen, werden wir lebendiger. Emotionen zu kontrollieren ist unmöglich. Wählen kann man aber, was man tut, nachdem eine Emotion aufgetaucht ist: wie man sie ausdrückt und wie man sie einem anderen Menschen sicher und ohne Grenzen zu verletzen mitteilt. Das gehört schon mehr zu den Formen der Kommunikation.