Ursachen der Wirbelsäulenverkrümmung

Ursachen der Wirbelsäulenverkrümmung

Skoliose ist eine Körperhaltung, bei der die Wirbelsäule eine unnatürliche Krümmung annimmt. Je nach Ausgangslage nimmt die Wirbelsäulenkurve eine S-, C- oder Z-Form an, wobei sich der Grad der Verkrümmung mit der Zeit verändern und zunehmen kann. In den meisten Fällen lässt sich eine Skoliose korrigieren, eine zusätzliche Behandlung ist nicht nötig. Die Beschwerden, die damit einhergehen, halten sich in Grenzen und führen zu keinen ernsten Folgen. Schwerere Fälle lösen jedoch die verschiedensten Veränderungen im ganzen Organismus aus und brauchen fachliche Hilfe.

Hier die wichtigsten Ursachen der seitlichen Wirbelsäulenverkrümmung (Skoliose):

Idiopathische Skoliose

Die idiopathische Skoliose ist eine Verkrümmung der Wirbelsäule ohne feststellbare Ursache – und zweifellos eine der häufigsten Formen. Eines der ersten Anzeichen ist eine von außen sichtbar unterschiedliche Schulterhöhe. Verschiedenen Schätzungen zufolge macht sie bis zu 75 % aller Fälle aus, wegen derer Menschen mit einer seitlichen Verkrümmung Hilfe suchen.

Diese Form der Wirbelsäulenverformung beginnt rasch und unerwartet und schreitet schnell voran; ein stabiles Ergebnis ist deshalb schwer zu erreichen. Sie erfordert laufende Korrektur und fachliche Kontrolle. Wichtig sind frühe Diagnostik und eine umfassende Begleitung mit unterschiedlichen Methoden der Haltungskorrektur, um einen operativen Eingriff zu vermeiden.

Neurologische Probleme

Zu den häufigsten Ursachen einer Skoliose zählen auch Probleme neurologischer Art, auf die die Muskulatur antwortet. In diesem Fall ist die Verkrümmung der Wirbelsäule eine Schutzreaktion und hängt unmittelbar mit Wurzelsyndromen oder anderen Syndromen neurologischen Ursprungs zusammen. Wie sich die Skoliose entwickelt, hängt vom konkreten Verlauf der Grunderkrankung ab. Die eine Muskelgruppe verkrampft sich mit der Zeit immer stärker, die andere wird dagegen schwächer – und die Krümmung nimmt zu. Es ist wichtig, die Ursache dieses Zustands so früh wie möglich zu finden, um mit der Korrektur zu beginnen.

Dysbalance (Knochenbau, Bandapparat)

Eine mögliche Ursache der Skoliose ist eine unterschiedliche Beinlänge. Wenn es keine direkte Verletzung der Beine und keinen angeborenen Defekt gab, handelt es sich höchstwahrscheinlich nicht um einen echten Längenunterschied: Die verschiedene Beinlänge ist dann Folge eines schiefen Beckens. Eine wahrscheinliche Ursache der Haltungsstörung sind in diesem Fall Veränderungen an den Füßen, etwa ein Senk-Plattfuß oder ein Knickfuß. Eine Skoliose, die durch eine Dysbalance im Knochenbau entsteht, lässt sich in den meisten Fällen mit Heilgymnastik und orthopädischer Korrektur beheben.

Angeborene Skoliose und erbliche Veranlagung

Manche Kinder kommen bereits mit einer Skoliose zur Welt – das ist die sogenannte angeborene Skoliose. Sie ist sehr selten; Schwere und Ausmaß sind von Fall zu Fall verschieden und hängen unter anderem von der Entwicklung des Kindes im Mutterleib und davon ab, in welchem Zeitraum die Fehlbildungen aufgetreten sind. Genauere und weiterführende Auskünfte zu angeborenen Fehlbildungen gibt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Eine genetische Veranlagung kann eine Skoliose auslösen oder ihre Wahrscheinlichkeit erhöhen. Die meisten Skoliosen erblichen Ursprungs sind schwer zu behandeln; wird die Haltungsstörung jedoch im Jugendalter erkannt, verbessert das die Prognose deutlich und hilft, die Folgen der Fehlhaltung zu beseitigen. Eine genetische Veranlagung zur Skoliose spielt darüber hinaus bei der Entstehung von Osteoporose eine Rolle und erhöht das Risiko neurologischer Störungen.

Tumoren

Manche Tumoren (Neubildungen), gutartige wie bösartige, können langfristig eine Skoliose hervorrufen. Eine der häufigsten Ursachen von Haltungsstörungen ist die Neurofibromatose – eine genetische Erkrankung, bei der entlang der Nervenbahnen gutartige Tumoren entstehen. Der Schweregrad der Erkrankung wirkt sich auch auf das Ausmaß der Wirbelsäulenverkrümmung aus. Wichtig ist, so früh wie möglich mit der Behandlung zu beginnen, um die Prognose zu verbessern und Komplikationen zu vermeiden.

Angeborene Erkrankungen – Marfan-Syndrom, Rett-Syndrom, Spina bifida, Zerebralparese

(Diesen Störungen wird ein eigener Beitrag gewidmet)

Psychosomatik

Da die Wirbelsäule für Halt, Verlässlichkeit und Sicherheit steht, hängt die psychosomatische Entstehung einer Skoliose unmittelbar mit Handlungen zusammen, die man anderen Menschen zuliebe und zum eigenen Schaden vollzieht. Das Thema ist in Wahrheit sehr weit und verlangt eine gründlichere Betrachtung – nicht nur nach den betroffenen Wirbelsäulenabschnitten, sondern auch für jeden einzelnen Fall gesondert

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