Oft schenken wir Kopfschmerzen keine Beachtung, nehmen ein Aspirin und leben weiter, oder wir schieben sie auf das Wetter, den Luftdruck, zu wenig Schlaf und so weiter. Die psychosomatischen Ursachen von Kopfschmerzen sind dagegen höchst interessant. In diesem Artikel sehen wir uns die Ursachen von Kopfschmerzen im Schläfenbereich (links, rechts) und im Stirnbereich an. Der Hinterkopf wird in einem anderen Artikel behandelt, da er zur Migräne gehört.
Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass ein Mensch in der Regel mehrere Erkrankungen hat (in akuter oder chronischer Form) und dazu mehrere Beschwerden. Sich nur auf eine davon zu konzentrieren und zu glauben, es liege allein daran, ist deshalb nicht ganz richtig. Besser ist es, alle Erkrankungen und auch die kleinen Beschwerden zusammen zu betrachten und darin den „roten Faden“ zu suchen – also die eigentliche, tiefe Ursache.
Psychosomatik der Kopfschmerzen
Kopfschmerzen können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Stress, Anspannung, wenn ich mich zwinge, mich auf eine bestimmte Weise zu verhalten oder etwas zu tun.
Kopfschmerzen entstehen oft, wenn ich etwas erreichen will und mich dabei zu sehr anstrenge, oder wenn mich kommende Ereignisse beunruhigen. In solchen Momenten empfinde ich starke Unentschlossenheit, Angst und Unruhe. Es kann auch eine Reaktion auf Situationen oder Ereignisse rund um mich sein.
Sitzt der Schmerz auf der linken Seite des Kopfes, so spricht das dafür, dass mein emotionaler Zustand mit dem weiblichen Teil meines Umfelds zusammenhängt – mit der Mutter, der Schwester, der Ehefrau, der Freundin. Auf der rechten Seite – mit dem männlichen Teil.
Vielleicht hasse ich mich selbst, aber das ist schwer zuzugeben, deshalb weiche ich diesen Gedanken aus – in Form von Kritik an der Welt um mich herum, zu der ich ja auch selbst gehöre, auf diese Weise kritisiere ich also auch mich, nur nicht direkt. Meine Loyalität steht infrage. Ich bin in meinem Kopf eingeschlossen wie in einer Kiste, mir gefällt nicht, was ich sehe, ich richte sehr streng über mich.
Kopfschmerzen können auch dadurch ausgelöst werden, dass ich meine Gedanken und Gefühle verleugne, weil ich sie für unpassend halte oder für unvereinbar mit meinen Werten. Entweder fehlt mir der Mut, sie auszusprechen, oder ich höre ihnen einfach nicht zu, weil ich auf alles zu rational reagiere. „Das ist schlecht, und das ist gut!“
Vielleicht will ich zu vieles verstehen, alles zu schnell erledigen, alles sofort hier und jetzt bekommen, will auf alle meine Fragen auf einmal eine Antwort haben und zerbreche mir darüber den Kopf, bis ich sie bekomme.
Ich habe das alles gründlich satt – aber vielleicht ist einfach die Zeit nicht die richtige, und vielleicht muss ich meine Geduld üben, die Dinge mit Humor nehmen, meiner Intuition vertrauen und daran glauben, dass alles seine Zeit hat?
Kopfschmerzen werden von negativen Emotionen ausgelöst, die einen Ausweg suchen und aufs Hirn drücken – „Dampf ablassen“ –, etwa Unzufriedenheit, eine Menge Fragen, übermäßiger Ehrgeiz, Perfektionismus. Mehr noch: Ich habe Angst, der wirklichen Realität zu begegnen, ich weiche ihr aus und lenke mich mit den Kopfschmerzen von ihr ab.
Ich zweifle an meiner sozialen Identität. Mein Bedürfnis nach Kontrolle und Vollkommenheit zwingt mich dazu, im Voraus festzulegen und durchzurechnen, was in jedem Augenblick meines Lebens geschehen wird. Am liebsten würde ich alles nur mit dem Kopf machen und Gefühle, Herz und Intuition vergessen. Ich weiche der Spontaneität aus, nach der sich mein Herz sehnt, ich fürchte, die Kontrolle über die Situation zu verlieren, und verbrauche viel Energie im Kampf gegen Zufälle und unvorhersehbare Situationen. Statt auf mein Herz höre ich nur auf meinen „überhitzten“ Kopf. Ich weiche jeder Veränderung und Neuerung aus, ich bin starrköpfig, weil ich Angst habe, das Gefühl von Sicherheit zu verlieren.
Kopfschmerz im Bereich der Stirn spricht von Problemen im Bereich meiner Tätigkeit oder meiner Arbeit.
Kopfschmerz im Bereich der Schläfen spricht von Problemen in der Familie, in den Beziehungen.
In allen Fällen sagen Kopfschmerzen, dass ich lernen muss, in Lebenssituationen geduldiger und flexibler zu sein.
Affirmation
Ich nehme meine Distanzierung von der Realität an, ich betrachte sie als Lehrmeisterin.
Damit meine Gedanken immer klarer werden, und ich lerne, dem Intellekt und den Emotionen den richtigen Platz zuzuweisen, um ein Gleichgewicht zu erreichen. Ich werde in größerer Harmonie mit mir selbst leben, und mein Kopf wird freier und heller sein.







