Es gibt Menschen, deren Psyche auf Logik getrimmt ist. Rational, folgerichtig, korrekt. Und dazu verteufelt neugierig, experimentierfreudig und überall die Nase im Spiel. Die Rede ist von Menschen mit dem Ego-Typ „Kontakt mit der Erkenntnis“. Er heißt auch „der ontologische Ego-Typ“.
Wenn wir von Erkenntnis sprechen, denken wir automatisch an Analyse, Logik, Schlussfolgerungen. Das erinnert an die Forschenden im Kittel, die endlos irgendetwas statistisch ausrechnen. Oder an die Leute in der Planungsabteilung, die das Programm der strategischen Entwicklung durchkalkulieren.
Es gibt aber auch das andere Extrem: die „verrückten“ Experimentierer. Die am liebsten die Finger in die Steckdose stecken würden, nur um zu sehen, was passiert. Auch sie bringen die Wissenschaft voran, die Zivilisation – und die Comedy-Serien.
Logik und Experiment sind also zwei Pole ein und desselben Instruments – des Kontakts mit der Erkenntnis. Denn Analyse, logische Bewertung ist ein System, das die vorliegende Situation mit unseren früheren Erfahrungen und unserem Wissen vergleicht, und das Experiment ist ein Denken, das in die Zukunft gerichtet ist: Vermutung, Bildung von Hypothesen. Die Analyse antwortet auf die Frage „WARUM“, das Experiment auf die Frage „WOZU“. Das „Wozu“ zielt nach vorn, das „Warum“ schließt das Vergangene ab. Wir können etwas durch gründliche Analyse begreifen, indem wir am Ende einer logischen Kette den Schluss ziehen – oder wir bekommen eine Einsicht als Ergebnis einer Handlung, die wir vollzogen haben. Beides gleichzeitig geht nicht.
Ihr wunder Punkt
Wenn Sie eine Beziehung zu einem Menschen mit ontologischem Ego-Typ interessiert – was ist gut zu wissen? Wohl vor allem, dass diese Menschen auf Sex fixiert sind. Genauer: entweder übermäßig fixiert oder kategorisch auf Kriegsfuß damit (was auf dasselbe hinausläuft). Was hat Sex damit zu tun?
Die höchste Stufe des Erkennens zwischen Menschen geschieht genau über den Sex. Im Sex erkennen wir uns selbst und den Partner. Wir sehen ein interessantes Gegenüber, wir wollen es, es entsteht gegenseitiges Verstehen, es kommt zum Kontakt, es kommt eine Antwort. Es ist spannend! Wir wollen!
Der springende Punkt ist hier: das eigene Interesse bemerken, den eigenen Wunsch wahrnehmen und ihn aussprechen. Es ist wichtig zu verstehen, wann man will und wann nicht. Menschen, die auf Erkenntnis fixiert sind, sehen oder bemerken ihren eigenen Wunsch aber nicht. Ihre eigenen Interessen „verstecken“ sie in der zweiten Reihe. Und so kommt es kurioserweise, dass sie entweder übermäßig damit beschäftigt sind, alle Stellungen des Kamasutra durchzuprobieren, oder damit, „wie befriedige ich den Partner“ – oder sie langweilen sich schrecklich beim Wort „Sex“. Tatsächlich: Was soll an der öden Missionarsstellung schon erregend sein!







