Demenz ist eine chronische oder fortschreitende Erkrankung des Gehirns, bei der Gedächtnis, Orientierung, Wahrnehmung, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen beeinträchtigt sind. Die Erkrankung tritt meist im höheren Alter auf, ist aber kein normales Zeichen des Alterns. In Russland leben mehr als 1,5 Millionen Menschen mit einer Demenz. Weltweit sind es mindestens 44 Millionen Menschen – damit ist Demenz ein globales Problem, dem Aufmerksamkeit gebührt. Es gibt verschiedene Formen der Demenz, etwa die Alzheimer-Krankheit; die Symptome ähneln einander, die Behandlungsmöglichkeiten unterscheiden sich jedoch. Die Diagnose einer Demenz besteht aus verschiedenen Testverfahren (zum Beispiel dem Uhrentest).
Demenz ..
Es gibt verschiedene Formen der Demenz, etwa die Alzheimer-Krankheit; die Symptome ähneln einander, die Behandlungsmöglichkeiten unterscheiden sich jedoch. Die Diagnose einer Demenz besteht aus verschiedenen Testverfahren (zum Beispiel dem Uhrentest).
Überblick über den Artikel:
- Häufigkeit der Demenz
- Ursachen / Symptome / Verlauf der Demenz
- Diagnose der Demenz
- Therapie der Demenz
- Demenz: Was Angehörige tun können
- Validation
Häufigkeit der Demenz
Demenz ist heute in mehr als 40 % der Fälle der häufigste Grund für eine Aufnahme ins Pflegeheim. Durch die steigende Lebenserwartung wird die Zahl der Demenzen weiter zunehmen. In der Gruppe der 60- bis 70-Jährigen ist etwa 1 von 100 Menschen betroffen. In der Gruppe der 80- bis 85-Jährigen sind es 1,5 von 10, in der Gruppe der über 90-Jährigen 3 von 10.
Ursachen, Symptome und Verlauf der Demenz
Demenz ist ein Oberbegriff für den krankhaften Abbau der geistigen Fähigkeiten, der viele Ursachen haben kann. Im Verlauf der Erkrankung gehen geistige Fähigkeiten verloren. Heute sind rund 50 Erkrankungen bekannt, die zu einer Demenz führen können. Dazu zählen zum Beispiel die Alzheimer-Krankheit, die Parkinson-Krankheit, die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, Epilepsie, Multiple Sklerose, Gefäßerkrankungen des Gehirns oder Hirntumoren.
Risikofaktoren:
Hohes Alter
Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
Menschen mit niedrigerem Bildungsniveau tragen ein erhöhtes Risiko.
Zu Beginn der Erkrankung besteht häufig eine Depression.
Menschen, die allein leben, und Menschen mit wenigen sozialen Kontakten erkranken eher.
Das Risiko steigt bei Erkrankungen wie Adipositas, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Niereninsuffizienz oder Schlaganfall.
Man unterscheidet primäre und sekundäre Formen der Demenz.
Primäre Formen entstehen durch eine Schädigung des Hirngewebes, sekundäre Formen werden durch Ereignisse und Störungen ausgelöst, die primär nicht im Gehirn zu finden sind. Die primären Demenzen machen den Großteil der Erkrankungen aus. Die Alzheimer-Krankheit ist mit 6 bis 8 von 10 Fällen die häufigste Form. Auf 1 bis 3 Fälle entfallen die vaskuläre Demenz oder die Lewy-Körperchen-Demenz. Eine frontotemporale Demenz wird in weniger als 1 von 10 Fällen diagnostiziert.
Die Alzheimer-Krankheit
Häufig, nämlich in 60 bis 80 % der Fälle, ist die Alzheimer-Krankheit die Ursache der Demenz. Meist tritt die Alzheimer-Krankheit nach dem 65. Lebensjahr auf. Die Ursachen der Erkrankung sind bislang nicht geklärt.
Vaskuläre Demenz
Die vaskuläre Demenz ist häufig durch einen plötzlichen Beginn und eine schrittweise Verschlechterung gekennzeichnet. Ursache ist meist eine Störung der Hirndurchblutung, etwa ein Hirninfarkt, ein Schlaganfall oder eine Arteriosklerose. Da dadurch der Blutfluss im Gehirn unterbrochen wird, werden einzelne Hirnareale geschädigt. Anders als bei der Alzheimer-Krankheit betrifft diese Form der Demenz Männer häufiger als Frauen.
Lewy-Körperchen-Demenz
Der Begriff „Lewy-Körperchen“ bezeichnet Eiweißablagerungen im Gehirn. Auch sie können eine Demenz auslösen und entstehen meist infolge der Parkinson-Krankheit. In manchen Fällen können Lewy-Körperchen auch ohne Parkinson-Krankheit auftreten. Von dieser Form sind etwa 20 % der Menschen mit Demenz betroffen.
Frontotemporale Demenz
Von einer frontotemporalen Demenz spricht man, wenn Nervenzellen im Bereich von Stirn und Schläfen, im Frontal- und Temporallappen, zugrunde gehen. In diesem Hirnbereich werden Emotionen und Sozialverhalten gesteuert, deshalb treten Persönlichkeitsveränderungen schon ganz zu Beginn der Erkrankung auf. Aggressivität, Taktlosigkeit, übermäßiges Essen und Gleichgültigkeit sind erste Anzeichen einer frontotemporalen Demenz. Sie tritt früher auf als andere Formen, meist im fünften oder sechsten Lebensjahrzehnt.
Sekundäre Demenz
Eine Demenz kann auch Folge einer anderen Erkrankung sein. In diesem Fall spricht man von einer sekundären Demenz. Sie wird nicht durch Veränderungen im Gehirn verursacht und ist die einzige Form, die eine Chance auf Heilung hat, wenn die Grunderkrankung behandelt ist. Wird die Diagnose jedoch zu spät gestellt, ist das nicht mehr möglich.
- Medikamente wie Antidepressiva, Beruhigungs- und Entspannungsmittel, blutdrucksenkende Mittel oder Mittel gegen Herzrhythmusstörungen können eine sekundäre Demenz auslösen.
- Auch Tumorerkrankungen wie Hirntumoren, Lymphknotenkrebs oder Blutkrebs können die Ursache sein. Wird der Tumor behandelt, gehen die Demenzsymptome in der Regel ebenfalls zurück.
- Stoffwechselerkrankungen wie eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, eine Nieren- oder Leberinsuffizienz sowie ein niedriger Blutzucker (Unterzuckerung) können eine sekundäre Demenz auslösen.
- Infektionen durch Bakterien, Viren oder Pilze, die auf das Gehirn übergreifen und eine Demenz verursachen.
- Kopfverletzungen, etwa durch einen Unfall oder einen Sturz, können später zu einer Demenz führen.

Der Verlauf der Demenz wird in 3 Stadien unterteilt:
1 Leichte Demenz:
Die betroffene Person ist im Alltag leicht eingeschränkt, kommt aber noch selbst zurecht und kann weitgehend selbstständig leben. Manchmal fällt es ihr schwer, einem Gespräch zu folgen. Es treten auch Wortfindungsstörungen und Wiederholungen auf. An lange Zurückliegendes kann sich die erkrankte Person besser erinnern. Bei komplexen Handlungen kommt es zu ersten Fehlhandlungen.
2 Mittelschwere Demenz:
Ein selbstständiges Leben wird zunehmend schwieriger. In gewissem Umfang sind Hilfe und Kontrolle nötig. Betroffene haben auch mit einfacheren Aufgaben Mühe, etwa mit der Auswahl der Kleidung oder dem Einkaufen. Die Körperpflege wird häufig vernachlässigt. Es treten psychische Symptome auf wie Angst, Wahn, Unruhezustände und andere Verhaltensstörungen; die Orientierung der Patientinnen und Patienten ist gestört, sie wandern ziellos umher und zeigen Unruhe. Versucht man, die erkrankte Person zu korrigieren, reagiert sie oft gereizt und aggressiv. Weitere mögliche Symptome sind eine Störung des Tag-Nacht-Rhythmus und eine kognitive Harninkontinenz (die Toilette wird nicht rechtzeitig aufgesucht, es werden Sessel oder Abfalleimer benutzt).
3 Schwere Demenz:
In diesem Stadium ist ein selbstständiges Leben nicht mehr möglich. Die betroffene Person kann selbst einfache Handlungen nicht mehr allein ausführen; in dieser Phase treten auch Bewegungsstörungen auf, etwa beim Gehen. Die Erkrankten sind bettlägerig und vergessen oft zu essen, außerdem kommt es zu Harn- und Stuhlinkontinenz. Fortschreitende Sprachstörungen erschweren die Verständigung mit der erkrankten Person immer mehr.
Diagnose der Demenz
Eine Demenz zu diagnostizieren ist schwierig, besonders in frühen Stadien. Erste Anzeichen werden von den Betroffenen selbst und von ihren Angehörigen oft nicht bemerkt oder heruntergespielt. Deshalb wird die Diagnose häufig erst dann gestellt, wenn sich im Alltag bereits Auffälligkeiten gezeigt haben.
Am Anfang der Diagnostik steht ein ausführliches Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt. Dabei wird nicht nur mit der Patientin oder dem Patienten selbst gesprochen, sondern auch mit Angehörigen oder anderen nahestehenden Menschen. Die wichtigsten Punkte:
- Frühere Erkrankungen.
- Erkrankungen von Familienmitgliedern.
- Ereignisse, die Körper oder Psyche der Patientin oder des Patienten beeinflusst haben.
- Wahrgenommene Veränderungen, Anzeichen von Störungen.
- Der Verlauf der Symptome.
- Stimmungsschwankungen.
- Persönlichkeitsveränderungen.
- Medikamente.
Für die Diagnose einer Demenz ist es sehr wichtig, den Abbau der kognitiven Funktionen zu erfassen, zum Beispiel mit dem Mini-Mental-Status-Test oder dem Uhrentest (darüber schreibe ich in den nächsten Artikeln). In frühen Stadien ist eine ausführliche neuropsychologische Testung nötig. Sind die Ergebnisse eindeutig, kommen zur weiteren Abklärung bildgebende Verfahren wie die Computertomografie (CT) oder die Magnetresonanztomografie (MRT) zum Einsatz.
Therapie der Demenz
Die Früherkennung ist ein wichtiger Faktor. Je früher eine Demenz erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln. Je nach Form und Symptomen kommen unterschiedliche Medikamente zum Einsatz. Ihr Ziel ist es, die geistigen Fähigkeiten zu erhalten und den Verlauf der Erkrankung hinauszuzögern. Zur Behandlung von Begleitsymptomen können außerdem Neuroleptika, Antidepressiva, Neuroleptika und Schlafmittel verordnet werden.
Die Behandlung der Demenz ist für jede Patientin und jeden Patienten individuell. Neben der medikamentösen Therapie steht eine Reihe weiterer Möglichkeiten zur Verfügung, die sich je nach Symptomen und Schweregrad als Therapie eignen. Psychologische und psychotherapeutische Verfahren, Gedächtnistraining und Ergotherapie eignen sich, um die kognitiven Funktionen und die Lebensqualität der betroffenen Person zu verbessern und den Verlauf der Erkrankung zu verlangsamen. Die Therapie muss sich jedoch am Stadium orientieren.
Psychotherapie eignet sich zur Behandlung affektiver Störungen wie Angst, depressiver Zustände, Hilflosigkeit oder Aggressivität, von Verhaltens- und Triebstörungen, sozialer Isolation und Regression, Traumatisierungen durch erlebte Verluste und Defizite sowie funktioneller Störungen wie Harninkontinenz. Die psychotherapeutischen Verfahren sind vielfältig.
Tanztherapie eignet sich für Patientinnen und Patienten mit eingeschränkten geistigen und kognitiven Fähigkeiten, da die Arbeit mit dem Körper im Mittelpunkt steht. Tanztherapie fördert die Körperwahrnehmung, soziale Kontakte, eine positive Stimmung und das Selbstwertgefühl und hilft, die Beweglichkeit zu erhalten.
Musiktherapie arbeitet mit Klängen, Rhythmen, Harmonie, Melodie und Geräuschen. Der Patientin oder dem Patienten werden zum Beispiel vertraute Lieder vorgespielt. Das hilft dem Gedächtnis auf die Sprünge, manchmal fällt der Person spontan eine Situation ein, die mit dem Lied verbunden ist. Bei der aktiven Musiktherapie werden die Betroffenen auch gebeten, zu musizieren oder zu singen. Musiktherapie findet meist in Gruppen statt, was ein Gruppengefühl entstehen lässt und die kommunikativen Fähigkeiten fördert. Die Patientinnen und Patienten wirken beweglicher und besser orientiert.
Gedächtnistraining. Ziel des Gedächtnistrainings mit Menschen mit Demenz ist es, die geistige Leistungsfähigkeit zu erhalten und zu trainieren. Wichtig ist zu berücksichtigen, dass das Kurzzeitgedächtnis in fortgeschrittenen Stadien oft nicht mehr funktioniert. Fragen zu Ereignissen des laufenden Tages können die erkrankte Person unter Druck setzen. Sinnvoll ist es, Übungen zu wählen, die auf das Langzeitgedächtnis zielen, also Erinnerungen aktivieren. Die Übungen sollen der erkrankten Person Freude machen und Erfolgserlebnisse vermitteln. Aufgaben wie ein Gespräch über früher beim Durchblättern eines Fotoalbums oder das Aufsagen von Sprichwörtern sind Beispiele dafür, wie Gedächtnistraining aussehen kann.
Kunsttherapie hilft, sich selbst und die eigenen Gefühle auszudrücken, verlangsamt Probleme mit der Feinmotorik, bezieht die visuelle Aktivität und das Gedächtnis ein und schenkt positive Gefühle.
Ergotherapie. Ziel der Ergotherapie ist es, Menschen in der selbstständigen Tätigkeit, in der Produktivität und in der Freizeitgestaltung zu stärken sowie die Lebensqualität und das seelische Befinden der Patientin oder des Patienten zu verbessern. Ein wichtiger Bestandteil ist das Training von Funktionen und Fertigkeiten. Durch die Ergotherapie nehmen der geistige Abbau und die Verhaltensprobleme ab, während Sozialverhalten und Alltagsaktivität zunehmen.
Demenz: Was Angehörige tun können
Bei Verdacht auf eine Demenz sollte man so bald wie möglich ärztlichen Rat suchen. Frühe Diagnose und Behandlung können den Verlauf der Erkrankung verlangsamen.
Einer Demenz vorbeugen.
Studien haben gezeigt, dass eine Demenz seltener bei Menschen auftritt, die regelmäßig Sport treiben und geistig und sozial aktiv leben. Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes mellitus erhöhen das Erkrankungsrisiko. Weitere Risikofaktoren sind Rauchen oder Adipositas. Wer also auf einen gesunden Lebensstil achtet, kann auch das Demenzrisiko senken. Es gibt aber auch Risikofaktoren, die sich nicht beeinflussen lassen. Dazu zählen Alter, Geschlecht sowie Demenzerkrankungen in der Familie. Geistig aktiv zu bleiben kann nicht nur den Verlauf der Demenz verlangsamen, sondern auch das Erkrankungsrisiko senken. Lesen, Lernen, Fremdsprachen lernen, Schreiben, Musizieren und Singen, Teilnahme am gesellschaftlichen Leben (etwa im Verein oder in der Familie) sowie regelmäßige Bewegung und Mithilfe im Sport.
Der Umgang mit Menschen mit Demenz – Tipps für Angehörige.
Erkrankt ein Familienmitglied an einer Demenz, betrifft das auch die Angehörigen. Sie empfinden Schmerz, Mitgefühl, Hilflosigkeit, Wut, Wut, Traurigkeit und Verzweiflung. Es sind viele Schwierigkeiten zu bewältigen. Die Pflege eines Menschen mit Demenz kostet viel Zeit, Kraft und Ausdauer, deshalb ist es wichtig, rechtzeitig Unterstützung zu holen. Angehörige sollten sich vor Augen halten, dass die Verhaltensänderungen der betroffenen Person nicht absichtlich geschehen. Sie sind Folge einer organischen Störung im Gehirn. Die erkrankte Person will niemanden bewusst ärgern oder provozieren.
Validation
Validation ist ein hilfreiches Konzept im Umgang mit Menschen mit Demenz.
Es geht nicht darum, das Verhalten der erkrankten Person zu kritisieren oder zu korrigieren, sondern darum, es für wahr zu erklären und anzunehmen – es also zu bestätigen.
Feste Routinen tun Menschen mit Demenz gut – Abläufe, die jeden Tag gleich verlaufen, sind für Menschen mit Demenz hilfreich. In der Pflege sind Geduld, Gelassenheit, Respekt und Verständnis im Umgang mit den Erkrankten wichtig. Die Patientinnen und Patienten sollen nicht überfordert werden, zugleich aber möglichst viel selbst tun können. Das verlangsamt den geistigen Abbau.







