Man sieht, erlebt und versteht sich als Träger der Wahrheit. „Ich weiß, wie es richtig ist“, „Ich mache die Regeln“. Die Überzeugung: Es gibt nur eine Wahrheit, und sie gehört mir, nur ich kenne sie. Also müssen alle so leben wie ich, so, wie ich es gesagt habe, nach meinen Regeln. Die Idee steht über dem Menschen.
Disharmonische und konflikthafte Persönlichkeitszüge
- Unfehlbarkeit (ich habe immer recht, und ich werde es Ihnen beweisen).
- Alle sollen so handeln und leben, wie ich es verstehe und für richtig und wahr halte; wer dagegen verstößt, gehört bestraft.
- Gut ist, wer meine Wahrheit stützt; alle anderen sind schlecht und verdienen keine Nachsicht.
- Schwierigkeiten, mit anderen mitzufühlen.
- Wenig Sinn für Humor, übertriebener Ernst.
- Alles – das Leben meiner Angehörigen, meiner Mitarbeiter – folgt meiner Ordnung, meinem Gesetz, meiner Wahl, meinen Regeln.
- Härte, Unbeweglichkeit, Einseitigkeit, Konservatismus.
Harmonische Persönlichkeitszüge
- Die Fähigkeit, die eigene Position zu belegen und logisch zu begründen.
- Folgerichtigkeit, Konsequenz, ausgeprägte geistige Fähigkeiten.
- Die Fähigkeit, eigene Gedanken und Ideen klar und verständlich darzulegen.
- Talent zum Anleiten, Kommandieren, Führen (klare Regeln und Anweisungen für die anderen).
- Ein ausgeprägtes, stabiles, verlässliches inneres Rückgrat.
- Klarheit, Eindeutigkeit, Konsequenz.
- Stabilität und Gründlichkeit im Denken, im Verhalten, im Weltbild.
- Ein ausgebautes Gefüge aus Werten und Lebenssinn.
- Traditionalismus (die Gabe, eine Tradition zu stiften und sie zu pflegen).
Ängste, Quellen des Unbehagens
- Selbst im Unrecht, selbst fehlbar zu sein.
- Der Fehler und das Eingeständnis des Fehlers.
- Dass der Kreis fehlt, der die eigene Wahrheit stützt – niemand da, der „die Richtigkeit meiner Wahrheit bestätigt“.
- Verrat, Kleinmut, Regelbruch, Fehler der Anhänger: „Die Anhänger haben sich abgewandt, sie haben mich verraten“.
- Die eigenen Regeln nicht einzuhalten, von der eigenen Position abzuweichen (das Fasten, den Vegetarismus, die Zurückgezogenheit usw. nicht durchgehalten).
Quellen der Freude
- Der Beweis der eigenen Wahrheit.
- Eine große Zahl von Anhängern.
- Alles in Fächer einordnen, logisch begründen, beweisen.
- Die Bestrafung der Schuldigen, derer, die sich schlecht und falsch verhalten haben.
- Dass andere meine Wahrheit anerkennen
- Alles im Leben ist verständlich, meine Regeln funktionieren, meine Gebote werden befolgt. „Das Leben ist besser geworden, das Leben ist froher geworden“.
- Andere auf den „Weg der Wahrheit“ führen
Berufe (angenehme, zur Selbstverwirklichung)
- Militär (Vorgesetzte)
- Begründer einer neuen Schule, einer neuen Tradition
- Richter, Gesetzgeber, Juristen, Vollstrecker (Strafe für Vergehen)
- Wissenschaftler (die eigene Konzeption verteidigen, anderen ihr Unrecht beweisen, Disputieren)
- Geistliche, Kirche (Vorgesetzte)
- Anwälte, Buchhalter (in einem Land, in dem die Gesetze funktionieren und man ehrlich sein kann)
- Positionen, die es verlangen, andere Menschen klar anzuweisen und auf den rechten Weg zu bringen.
Spiele – Rollen – Manipulationen
- Solches Verhalten verdient Strafe.
- Hier bin ich das Gesetz. Es wird nach meinem Kopf gehen.
- Nicht ich bestrafe dich, das Gesetz bestraft dich („Nicht Stalin hat dich eingesperrt, also lässt dich auch nicht er wieder frei“)
Das Erscheinungsbild
Klar, streng, hart
Die motorische Aktivität
Hart, die Haltung – ein Stahlkern im Inneren, „Fixierung statt Umarmung“
Persönlichkeitsentwicklung (Wege)
- Anderen das Recht auf eine eigene Meinung, ein eigenes Verständnis, andere Regeln zugestehen.
- Erkennen, dass Menschen mit verschiedenen Meinungen gleichzeitig recht haben können.
- Fehlbarkeit: anerkennen, dass man selbst unrecht haben und Fehler machen kann.
- Die Fähigkeit zum Mitgefühl entwickeln (nicht nur mit dem Verstand und der Logik leben, sondern auch mit dem Herzen).







