Das Experiment. Eine Kennenlerngeschichte

Das Experiment. Eine Kennenlerngeschichte

Meine Freundin Miroslawa – für Freunde einfach Mira – verblüffte mich schon zu Studienzeiten mit ihrer unglaublichen Logik und damit, wie sie diese Logik anwandte. Mein Lieblingsbeispiel: Überall und immer betonte sie ihre Unabhängigkeit und dass sie Männer nun wirklich überhaupt nicht brauche – und war zugleich felsenfest überzeugt, dass ihr sämtliche Männer ringsum schöne Augen machten. Na ja, und wenn nicht ihr, dann eben mir, so sehr ich das auch bestritt. Das erinnerte fast an das Zählen der Aufmerksamkeiten im alten Aschenputtel-Film – aber selbst mit dieser Anspielung war Mira nicht zu bremsen.

Hintergrund: Die Geschichten werden auf Grundlage der Rückmeldungen und mit Einverständnis der Klientinnen und Klienten veröffentlicht. Die Namen wurden bewusst geändert. Am Ende finden Sie den fachlichen Kommentar mit der Analyse dieser Beziehung.

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Dabei gab es für sie einen Widerspruch grundsätzlich nicht. Für sie gab es den gegenwärtigen Augenblick als Startpunkt und unzählige Richtungen, in die man losstürmen konnte, um etwas Neues im Leben auszuprobieren – und nicht einmal Mira selbst konnte immer vorhersagen, welche Verlockung ihr in der nächsten Minute gefallen würde. Es gab allerdings ein paar Themen, die sie unverändert interessierten: Bücher, Ökologie, Psychologie, Pferde, Tauchen … Der Höhepunkt unserer Freundschaft fiel genau in meine unverheiratete und kinderlose Zeit, deshalb stürzten wir uns in Miras Abenteuer praktisch immer gemeinsam.

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Dabei gab es für sie einen Widerspruch grundsätzlich nicht. Für sie gab es den gegenwärtigen Augenblick als Startpunkt und unzählige Richtungen, in die man losstürmen konnte, um etwas Neues im Leben auszuprobieren – und nicht einmal Mira selbst konnte immer vorhersagen, welche Verlockung ihr in der nächsten Minute gefallen würde. Es gab allerdings ein paar Themen, die sie unverändert interessierten: Bücher, Ökologie, Psychologie, Pferde, Tauchen … Der Höhepunkt unserer Freundschaft fiel genau in meine unverheiratete und kinderlose Zeit, deshalb stürzten wir uns in Miras Abenteuer praktisch immer gemeinsam.

Philipp – für Freunde Phil – trafen wir bei einer Blutspendeaktion, wo Mira sofort feststellte, er schaue mich an. Ein etwas kantiger junger Mann mit durchdringendem Röntgenblick, künstlerischem Chaos auf dem Kopf und abwehrend vor der Brust verschränkten Armen.

– Und warum nicht dich? – fragte ich.

– Weil ich niemanden brauche!

– Ich brauche auch niemanden! Und er erst recht nicht!

– Von wegen! So etwas gibt es gar nicht! Ich stelle euch einander vor!

Und Mira stürmte so rasch auf Philipp zu, dass ich weder protestieren noch sie aufhalten konnte. Phil gelang das übrigens auch nicht, und so stand er kurz darauf in unserer Runde und sah uns mit aufrichtigem Interesse an, und wir ihn. Mira lächelte triumphierend und gab mir mit jeder Faser zu verstehen, dass ich etwas sagen sollte – ich wiederum wusste: Wenn ich den Mund aufmache, riskiere ich, meine Freundin zu verlieren. Als Mira merkte, dass etwas nicht nach Plan lief, überließ sie es uns, das untereinander zu klären, und lief los, um für uns alle eine neue Runde Kanapees zu holen.

– Ist sie immer so aktiv? – erkundigte sich Phil.

– Gerade ist sie noch zahm, damit sie Sie mir nicht verscheucht.

– Ach, darum das alles!

– Leider.

– Nehmen Sie es mir bitte nicht übel, nichts Persönliches, aber ich genieße meine Freiheit sehr.

– Wissen Sie, ich auch – deshalb rate ich Ihnen, zu laufen, so schnell Sie können, solange Mira Sie noch nicht eingeholt hat.

– So leicht lasse ich mich nicht schrecken.

– Ich schrecke Sie nicht, ich warne Sie.

Damals kannte ich die S-Theorie noch nicht und konnte mich nur wundern, wie leicht Phil und ich miteinander sprachen – als wüsste jeder von uns im Voraus, was der andere denkt – und dabei nicht das geringste Bedürfnis verspürten, weder nach diesem Gespräch noch nacheinander. Es war, als redete man mit sich selbst, nur anders angezogen. Später habe ich das noch oft im Umgang zweier Menschen desselben Persönlichkeitstyps gesehen; aber leider – oder eher Gott sei Dank – lässt sich mit sich selbst keine Beziehung aufbauen, in ihr muss auch Entwicklung stecken. Und der Faktor Chaos und Entwicklung war in diesem Fall unsere Mira.

Sie wollte partout nicht akzeptieren, dass ich auf einen so großartigen Kerl verzichten konnte, auf die Verkörperung aller Träume und Ideale. Und so wurde es ihre heilige Mission, möglichst viele Situationen und Gelegenheiten zu schaffen, damit wir es uns beide anders überlegten. Daraus entstanden zwischen uns eine echte Freundschaft und gegenseitiger Respekt – aber zu ihrer Enttäuschung ging es hartnäckig nicht weiter.

– Was trödelst du so herum! – ärgerte sich Mira. – Ich tue doch so viel für dich! Ich gebe mir solche Mühe! Schnapp ihn dir, sofort! Irgendwann hat er genug, und dann ist alles verloren!!!

– Mira, weder ich noch er brauchen das.

– Ihr habt einfach die Hauptsache nicht verstanden!!!!

Die Bearbeitung von Phil brachte ebenfalls keine Ergebnisse.

– Wozu brauche ich eine Beziehung? – sagte er geradeheraus. – Ich kann selbst für mich sorgen.

– Aber es ist doch schöner, wenn das jemand anderer tut!

– Ach was! Dann hängt man auch noch von jemandem ab. Und ärgert sich hinterher, wenn er etwas falsch macht. Allein ist es einfacher.

– Nicht „falsch“, sondern „originell und unverwechselbar“!

– Und wozu brauche ich Originalität? Mir wäre Effizienz lieber.

– Na schau her! Du musst nicht einmal aufstehen! Ich hole dir sofort ein frisches Krügel Bier!

Mira stürmte zur Bar und stellte Phil zwei Minuten später feierlich ein kaltes Glas hin, beschlagen mit Kondenstropfen und mit appetitlich schwankender Schaumkrone.

– Sag, ist das nicht angenehm?

– Nein, zumal ich gar kein Bier mehr will.

– Du Biest!!! Na warte!

Halb im Scherz, halb im Ernst ging Mira mit Fäustchen auf Phil los; er wehrte sie ab wie eine lästige Fliege, aber es gefiel ihm sichtlich. Von da an war das unser Hauptthema bei jedem Treffen: Mira versuchte Phil zu überzeugen, dass ein normaler Mann unbedingt eine Beziehung brauche, Phil führte an, warum die Freiheit wichtiger sei. Rein menschlich verstand ich Phil und stand sogar auf seiner Seite der Barrikade. Aber konnte das Mira aufhalten?

Manchmal schien mir, Mira sei überhaupt durch nichts aufzuhalten. Das hatte aber auch sein Gutes: In dieser regelmäßig aufgeführten Show war mein Platz im Publikum, und das passte mir mehr als gut. Vor allem aber genossen die beiden diesen endlosen Streit so sehr, dass alles andere ganz von selbst in den Hintergrund rückte.

– Nein, Philipp Sergejewitsch, mit dieser Einstellung, das spüre ich, bringe ich Sie nie unter die Haube! – schüttelte Mira störrisch den Kopf.

– Phil, ergreif die Flucht, – riet ich.

– Warum willst du mich bloß ständig verheiraten! Irgendwer muss doch auch glücklich sein …

– Vielleicht bin ich ja Sadistin!

– Glaube ich, ist erprobt.

– Wie soll ich dich denn bloß überzeugen!

– Vielleicht sollte man Unüberzeugbares gar nicht überzeugen wollen?

– Doch, muss man. Ein normaler Mann hat zu heiraten!

– Dann bin ich eben nicht normal!

– Dann zeig ihm die Vorteile doch in der Praxis … – platzte es dummerweise aus mir heraus, und ich bereute es sofort.

– Genial! Was für ein Experiment! – rief Mira und sprang vor Aufregung sogar vom Sessel auf.

– Entschuldige … – flüsterte ich Phil mit vollkommen tragischem Gesichtsausdruck zu.

– Wie lange brauchen wir? Ein Monat ist zu wenig … Leben wir zwei Monate wie Mann und Frau! Ich sorge für dich, zeige dir alle Vorzüge des Ehelebens, und danach entscheidest du selbst.

– Leute, ihr spinnt … – sagte ich ehrlich. Meisterin der idiotischen Einfälle, verdammt. Wie oft hatte ich mir schon geschworen, in Gegenwart unreifer Gemüter nicht unüberlegt drauflos zu reden.

– Du läufst mir doch als Erste davon!

– Werde ich nicht!

– Mira, zwei Monate Qual!!!

– Zwei Monate Aufmerksamkeit und Fürsorge!

– Du Verrückte!

– Du Sturkopf!!!

– Break! Hiermit erkläre ich euch zu Mann und Frau! – musste ich einschreiten.

– Apropos: Kann ich mit Sex rechnen? – grinste Phil.

– Aber sicher! Mit dieser sportlichen, bezaubernd muskulösen und unglaublich psychisch stabilen Partnerin hier! – schnitt Mira kühl ab und klopfte Phil auf seine rechte Hand.

Spaß beiseite – ziemlich bald zog Mira tatsächlich bei Phil ein. Viele Sachen nahm sie nicht mit, in der Annahme, sie könne sie jederzeit aus der eigenen Wohnung holen. Und das „Eheleben“ begann.

Phil war äußerst überrascht, als ihn nach der Arbeit ein herrliches Abendessen aus gebackenen Rippchen auf dem Tisch erwartete. Mira stellte allerdings gleich klar, dass es sich um eine einmalige Aktion anlässlich der Hochzeit handle. Phil hatte sich ehrlich mit Bier eingedeckt, um Mira mit dem Anblick eines „betrunkenen Fußballfans“ vorführungswirksam zu erschrecken – nach so einem Empfang verschob er die Aktion aber auf einen anderen Tag. Genau genommen war er gar kein großer Fußballfan, die Entscheidung fiel ihm also sehr leicht. Stattdessen streamten sie irgendeinen Film und hatten tatsächlich einen wunderbaren Abend. Am Morgen weckte ihn der Duft von frisch gebrühtem Kaffee („Wie kannst du dieses lösliche Zeug bloß trinken! Das sind doch Sägespäne mit Aroma!“) und Mira, die im langen T-Shirt, ungeschminkt und mit einem Turban auf dem Kopf durch die Wohnung hüpfte.

– Eheleben: die Vollversion? – konnte Phil sich den Kommentar nicht verkneifen.

– Ich bin nicht hergekommen, um dich zu verführen, sondern um dir zu zeigen, dass das Eheleben nichts Schreckliches ist!

– Ach ja? Verführerisch ist es aber durchaus geworden …

– Trink deinen Kaffee! … Ehemännchen!

– Verführ mich mit Kaffee!

Der erste Monat des Experiments verging wie Flitterwochen. Die Jungexperimentatoren gingen weiter arbeiten, kamen zu gemeinsamen Treffen ausschließlich zu zweit und stritten zu Hause reizend über Kleinigkeiten wie die Frage, wie viel Öl man in die Pfanne gießt, wenn man Erdäpfel brät. Während Mira allerdings von Anfang an das Ziel des Experiments im Kopf behielt – die Vorzüge des Ehelebens zu zeigen – und sich deshalb erstaunlich friedfertig verhielt, fiel Phil sein Ziel, den eigenen Standpunkt zu verteidigen, mit erheblicher Verspätung wieder ein. Und er versuchte erneut, den betrunkenen Fan zu mimen: die klischeehaft zuverlässige Methode, unreife Mädchenseelen zu erschrecken. Er zerzauste sich die Haare, kippte absichtlich etwas Bier auf sein T-Shirt und machte Popcorn. Nach allem, was er bis dahin gehört hatte, hätte das jede zur Weißglut bringen müssen. Leider war Mira nicht jede. Fünf Minuten nach Spielbeginn stürmte sie herein, knallte eine Pizzaschachtel auf den Küchentisch, zog sich blitzschnell um und starrte Phil begeistert an.

– Herrgott, du hast sogar schon den richtigen Sender eingeschaltet!!! Dankeschön! Ich habe heute keine Zeit zum Kochen, aber ich habe an dich gedacht: Die Pizza steht am Tisch!

Nach dem Spiel stellte Phil zu seiner Überraschung fest, dass er nun sogar über Fußball mitdiskutieren und eine Weile den langjährigen Fan mimen konnte. Ebenso stellte er fest, dass die Idee, Mira zu verschrecken, krachend gescheitert war, ohne überhaupt begonnen zu haben.

Nach einer strategischen Beratung mit Kollegen wurde Phil vollkommen unerträglich. Die Socken lagen ausnahmsweise im Zimmer verstreut, die Schuhe im Vorzimmer. Phil nörgelte, die Teller stünden falsch, das Essen sei falsch portioniert … Mira schwieg lange einfach, eingedenk ihrer Abmachung, dann versuchte sie, das Muster zu durchschauen, ihm zuvorzukommen und ihm den Anlass zu nehmen. Das gelang nicht immer. Und so warf Mira das gekochte Essen manchmal, mit Mühe die Tränen zurückhaltend, ergeben in den Müll. Phil traf mit seinen Stichen auf irgendeine Weise immer den wunden Punkt. Schließlich hielt sie es nicht mehr aus.

– Hör mal, du gehst mir echt auf die Nerven! Glaubst du, ich sehe nicht, dass du absichtlich provozierst?!

– Genauso, wie du absichtlich schönfärbst.

– Ich zeige dir alles, wie es ist!!

– Nur erzähl mir bitte nicht, dass du das jahrelang durchhältst!

– Wenn du dich nicht wie das letzte Schwein aufführst, halte ich das durch!

– Jeder führt sich früher oder später wie das letzte Schwein auf …

– Du machst das ständig und bewusst, um den Streit zu gewinnen!

– Willst du andeuten, dass ich schummle?!

– Ich behaupte es!

– Als würdest du nicht selbst schummeln! Ein normales Mädchen hätte mir längst die Pfanne über den Schädel gezogen und wäre zur Mama abgehauen – und du versuchst immer noch, mich zu überzeugen!

– Ach, dir gehört also die Pfanne über den Schädel gezogen? – verengte Mira drohend die Augen und griff nach der Schublade.

– Nicht doch! Ich protestiere!

– Ich gebe dir gleich protestieren! Hast dir die Richtige ausgesucht!

– He! He! Ich werde mich wehren!

– Dazu kommst du nicht mehr! …

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Zum Glück hat Mira Phil die Pfanne nie übergezogen. Die aufgestaute Energie fand aber trotzdem ihren Weg nach draußen, und zwar so erfolgreich, dass die Sache nicht nur mit gemeinsamem Aufräumen und dem Entsorgen eines Tellersets, eines Nachtkästchens und zweier Sofakissen endete, sondern mit etwas Ernsterem. Anfangs versuchten beide mit ganz kindlicher Aufrichtigkeit zu verbergen, dass sich das Experiment leicht verändert hatte und beinahe in Leben übergegangen war. Besonders rührend erklärten beide, warum das Experiment unbedingt um mindestens einen weiteren Monat verlängert werden müsse. Und dann noch um einen.

Am Ende gaben sie zu, dass das Experiment offenbar gescheitert sei. Mir war zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht mehr nach ihrem Experiment zumute – ich hatte meinen künftigen Mann kennengelernt und kam gar nicht mehr dazu, all ihre Wendungen zu verfolgen.

Vor etwa einem Jahr erfuhr ich, dass ihr Experiment doch geglückt war und beide recht behalten hatten. Miroslawa blieb das Eheleben irgendwann im Hals stecken, und sie erklärte stolz, sie sei von nun an ihre eigene Herrin. Philipp dagegen begriff, dass ohne Mira die Wohnung nicht dieselbe war, die Stimmung nicht dieselbe und die faschierten Laibchen nicht schmeckten. Nach etlichen Streitereien, Selbstbefragungen und Gesprächen mit sämtlichen Freundinnen und Freunden zog Mira schließlich aus und feierte mit aufrichtiger Erleichterung ihren persönlichen Unabhängigkeitstag. Phil zog sich in sich selbst zurück und kam als wilde Mischung aus Romantiker und Chauvinist wieder heraus. Wer ihn nicht näher kannte, wäre nie darauf gekommen, dass sein Herz gebrochen war.

Während der Pandemie fanden sie erneut Seelenverwandte ineinander und „saßen“ die Zeit zu zweit aus, fast wie im Verborgenen. Sie verbrachten Nächte miteinander, stritten, diskutierten, gingen auf Demonstrationen, fuhren gemeinsam ins Grüne und im Sommer getrennt auf Urlaub. Zu einem normalen Zusammenleben zurückzukehren, haben sie sich bislang leider nicht durchgerungen – Mira war strikt dagegen, denn sie brauchte nun ja niemanden. Und dass sie zeitweise und immer wieder zusammen waren: Es verpflichtet ja niemand jemanden zu irgendetwas, es ist einfach eine Art, sich zu erholen.

Fachlicher Kommentar

Miroslawa ist nach der S-Theorie der frustrierende Persönlichkeitstyp. Für sie zählen vor allem Bewegung und das Brodeln des Lebens; sie startet immer neue Projekte und kann oft nicht beim Erreichten stehen bleiben. Frauen des frustrierenden Persönlichkeitstyps sind in der Regel sehr selbstständig, unabhängig und rastlos, und ihre Energieladung ist schlicht gewaltig. Sie sind offen für Neues und erschließen sich die Welt durch Versuch und Irrtum von den verschiedensten und interessantesten Seiten. Das Problem von Menschen wie Miroslawa ist die Unlust, Kleinigkeiten auszuarbeiten, und das Nichtannehmen von Verantwortung und von negativen Ergebnissen der eigenen Projekte.

Mehr über den frustrierenden Persönlichkeitstyp lesen

Philipp ist nach der S-Theorie der schizoide Persönlichkeitstyp. Die Grundlage seines Persönlichkeitstyps ist der ideelle, symbolische Gehalt der Innenwelt. Des Erlebens und der Gefühle gibt es zu viel, doch das meiste davon kommt nicht heraus, wird nicht als Emotion nach außen gelassen. Es verwandelt sich in eigenwillige ideell-symbolische Strukturen und wird erst dann gezeigt. Darüber hinaus ist für Phil ein umfassender, allesumspannender Wunsch nach Verwirklichung seiner überwertigen Ideen kennzeichnend, die häufig mit den realen Bedürfnissen des Organismus, des Körpers auseinandergehen – ebenso wie die Schwierigkeit, eigene Wünsche auszudrücken. Leichter fällt es zu sagen, was man nicht will. Dazu kommen die Härte der territorialen und persönlichen Grenzen, deren Verteidigung und ein Rückzug aus der Gesellschaft, der an deren Ablehnung und an Hochmut grenzt. Er betont stets seine Freiheit, seine Unabhängigkeit und die Kontrolle über das eigene Leben.

Mehr über den schizoiden Persönlichkeitstyp erfahren

Mira verliebt sich leicht. Phil ist attraktiv, beweglich, schillernd, sarkastisch. So werden sie zu guten Verbündeten und stehen gemeinsam auf den Barrikaden. Mit ihm ist es lustig, alles ist sehr ungewöhnlich. Er geht durch das Chaos, sie ist selbst das Chaos. Sie haben viel gemeinsam.

Frauen des frustrierenden Typs haben ein sehr großes Problem, das sie selbst gar nicht für eines halten: Jeden Mann, der in ihr Interessenfeld gerät, betrachten sie automatisch als ihren persönlichen Partner – unabhängig davon, ob er zu ihnen passt oder nicht. Genauso vereinnahmt sie den schizoiden Mann: Sobald er in ihrem Blickfeld auftaucht, ist das Erste, was sie tut, ihn zu vereinnahmen. Er ist damit nicht einverstanden, und aus diesem Kampf entsteht recht häufig eine Beziehung. Ihn zieht ihre Kopflosigkeit an.

Frauen des frustrierenden Typs lassen einen Mann nie einfach so ziehen: entweder Verbündete oder Feinde. Entsteht kein Wunsch zu helfen, schaltet sich automatisch der Vernichtungsmodus ein. Schizoide Männer wehren solche Angriffe mühelos ab.