Berufe zur Selbstverwirklichung für den kompulsiven Typ
Der kompulsive Persönlichkeitstyp verwirklicht sich dort, wo Zuverlässigkeit und die Einhaltung von Traditionen gefragt sind. Er übernimmt jede Position, die das Befolgen klarer Regeln, Vorschriften und Traditionen verlangt – dazu Genauigkeit, Sorgfalt und die korrekte Ausführung einer Sache. Die große Masse des Militärs ist ein kompulsives Thema: wenig nachdenken, gib die Anweisung – sie führen alles aus. Und genauso sind es Diener eines Kultes oder einer Kirche, wo systematische Hingabe bis zur Unbedingtheit verlangt wird.
Sie können recht gute Programmierer sein. Unter Programmierern gibt es sehr viele Introvertierte: autistische, kompulsive und paranoide Typen. Der autistische Persönlichkeitstyp kann ein sehr komplexes Programm schreiben. Der paranoide kann ein sehr kreatives Produkt schaffen, bringt es aber praktisch nie zu Ende, und außer ihm selbst blickt in diesem Code niemand durch. Der kompulsive Programmierer dagegen arbeitet sehr verständlich, klar, weitergebbar und regelkonform, und er macht alles fertig bis zum letzten Knöpfchen, ohne einen einzigen überflüssigen Strich. Alles wird aufgeräumt und in sehr saubere, korrekte Strukturen gebracht.
Unter den Kompulsiven gibt es viele traditionelle Wissenschaftler – keine Neuerer, sondern Forscher innerhalb eines bereits bestehenden Paradigmas.
Aus Kompulsiven werden hervorragende Pädagogen und Erzieher in der Volksschule – allerdings nur bis zu dem Alter, in dem bei den Kindern die pubertäre Rebellion beginnt. Also etwa Lehrerinnen und Lehrer der ersten drei Klassen. Mit aufbegehrenden Jugendlichen kommen kompulsive Persönlichkeiten nicht zurecht: Zu groß ist ihre Empörung darüber, dass „diese Milchbärte“ die Gesellschaft ablehnen.
Kompulsive können Ökonomen und Analytiker sein, aber nur innerhalb eines Systems. Zum Beispiel als Leiter der Buchhaltung – aber Achtung: Wenn Sie die Buchhaltungsabteilung selbst betreten, landen Sie in einem epileptoiden Bezirk. Das ist ein eigener Staat, eine völlig andere Welt, und in jeder Firma eine ganz eigene Struktur, die ihr eigenes Leben führt. Buchhalterinnen sind in ihrer Masse Epileptoide: Da muss man auch ein Törtchen mitbringen und über Beziehungen reden – was mit den Kindern los ist, wer gerade krank geworden ist. Und nebenher wird das alles gerechnet und erledigt.








