Der depressive Persönlichkeitstyp bekommt sehr gern Liebe und Anerkennung. Das Bedürfnis nach Lob beruht auf dem verletzten Recht „ich bin nicht gut genug“, und diese Menschen brauchen die ständige Bestätigung des Gegenteils. Zugleich gilt: Je mehr Liebe sich über den Depressiven ergießt, desto stärker zieht er sich körperlich zusammen, weil er das Gefühl hat, mit dieser Liebe erdrückt zu werden: „Bin ich dessen überhaupt würdig?“ Und obwohl ihm Anerkennung und Lob guttun, beginnt er auszuweichen:
„Aber ich bitte Sie! Ach, geh!“
Andererseits ist Lob eine ständige Aufmerksamkeitszone. Russland ist praktisch das einzige Land der Welt, in dem ein Großteil der Presse ununterbrochen darüber nachdenkt, wie sehr andere Länder uns lieben – oder ob sie uns überhaupt lieben. Nimmt man die Presse irgendeines anderen Landes, kommt dieses Thema dort praktisch gar nicht vor. Man muss uns gutheißen und lieben. Tut man das nicht, werden wir sehr böse.
Um sich selbst kümmern sie sich wenig, denn ihr Hauptproblem hängt mit den eigenen Wünschen zusammen. Doch die Depressiven haben einen listigen Weg gefunden, ihre Wünsche zu verwirklichen – daher die Überfürsorglichkeit. Zum Beispiel: Man hätte Lust auf gute Faschierte Laibchen. Aber „ich selbst brauche das ja nicht“. Und irgendwie gehört es sich auch nicht. Aber diese hungrige Meute zu füttern – für die brate ich jetzt diese Laibchen. Und dann gehen die wunderbaren Lieder los: „Esst! Was, schmeckt es nicht?“
Und danach kann man sich endlich ein halbes, schon halb kaltes Laibchen selbst übrig lassen. Auf diese Weise verwirklichen sie ihren Wunsch also über andere. „Ich gebe anderen das, was ich selbst will.“ Daher stammt auch der Satz
„Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst“
Das heißt buchstäblich: Statt den eigenen Wunsch zu erfüllen, erfüllen wir unseren Wunsch für einen anderen Menschen, auch wenn er gar nicht darum gebeten hat. Und dann besteht eine kleine Wahrscheinlichkeit, dass auch für einen selbst etwas abfällt. Das Leben ist also nicht zur Freude da, sondern zur Sattheit.
Und so entstehen übrigens Menschen, die Freude aus der Abhängigkeit ziehen. Sie genießen es geradezu, von anderen abhängig zu sein. Dafür gibt es viele Gründe: Andere spenden Anerkennung, über die Fürsorge für andere lassen sich eigene Wünsche befriedigen, und von anderen kann man Vergebung bekommen (natürlich erst, nachdem man ihnen etwas angetan hat, damit es etwas zu vergeben gibt).
Zusammengefasst empfindet die depressive Persönlichkeit größte Freude an:
- seelischem Erleben, Qualen, Leid und überwundenen Schwierigkeiten, die von den anderen bemerkt und gewürdigt werden.
- der Anerkennung ihrer „Heiligkeit“ durch andere.
- Erinnerungen und Träumen von den seltenen Minuten fernen, unerreichbaren Glücks, von einer lichten Zukunft („wenn schon nicht ich, dann sollen wenigstens die Kinder normal, glücklich und abgesichert leben“).
- Kindern und der Fürsorge für sie, dem Hergeben von allem für sie.
- Strafe für „schlechtes Benehmen“
Möchten Sie Ihren Persönlichkeitstyp herausfinden?
Wenn ja, können Sie ihn entweder persönlich mit unseren Profilern bestimmen lassen oder versuchen, sich selbst zu erkennen. Folgen Sie dem Link unten








