Jeder Persönlichkeitstyp wählt im Idealfall Berufe zur Selbstverwirklichung. Das sind Tätigkeitsfelder, in denen er seine neurotischen Bedürfnisse in sozial akzeptierter Form befriedigen kann. Wohin geht der Depressive, um sein Bedürfnis nach Fürsorge, nach Lob, nach Buße und nach Leid zu stillen?
Da sie das Leid brauchen, um dem Glück zu entgehen (sonst gäbe es ja nichts zu sühnen), sind das Dulder und dramatische Schauspieler, die buchstäblich ein „gleich sterbe ich“ in sich tragen. Ist die Tragik etwa des Pierrot die Botschaft des epileptoiden Persönlichkeitstyps, so verkörpert der depressive Schauspieler das Drama, die Dramatik.
Da sie die „Vergebung der Sünden“ brauchen, liegt ihr Weg im Bereich der Wohltätigkeit, des Mäzenatentums, der Heilkunde und der „unbezahlten Arbeit“. Unter den Freiwilligen, die nach Afrika gehen, sind sie in großer Zahl vertreten. Das sind Menschen im Dienst der Kirche – Mönche und barmherzige Schwestern.
Da sie ihre Überbehütung ausleben müssen, sind das Lehrerinnen und Lehrer, sehr gute Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen – vor allem jene, die mitfühlen, die um die Kinder leiden und die das Gespräch mit den Eltern suchen. Das sind fürsorgliche, innig liebende Mütter, fürsorgliche Ehefrauen und Hausfrauen aus Berufung.








