Die starken Gefühle einer Frau

Die starken Gefühle einer Frau

Die starken Gefühle einer Frau. Wie schön es ist, sie einem Mann zu zeigen, und wie tief das Erleben dabei geht. Ein innerer Dialog.

In der heftigen Art, wie eine Frau ihre Gefühle zeigt, steckt meistens das Bedürfnis, laut und deutlich auf sich aufmerksam zu machen: auf ihre Gefühle, ihre Rechte, ihre Grenzen, ihre unbewussten und unerfüllten Bedürfnisse.

Sie zu ihm:
Hör mich, mir geht es schlecht, du siehst mich nicht.

Ich will so sehr seelische Nähe, Liebe, Annahme.
Öffne mir dein Herz, mein geliebter Mann!

Ich bin es leid, mit einem Mann zu leben, der gefühlsmäßig nicht erreichbar ist, der mich nicht versteht und nicht errät, was ich will.
Ich bin einzigartig!
Ich bin die Einzige!
Ich bin schön, sexy und begehrenswert!
Gib mir die Anerkennung dafür!

Und gleichzeitig: Ich will auf den Arm – zur Mama, zum Papa; dich rufe ich, hab Mitleid mit mir.
(Im Gefühlsausbruch sind Doppelbotschaften möglich, und der Mann kann hier ins Schwimmen kommen: Wer ist sie gerade – eine Erwachsene oder ein quengelndes Kind?)

Ich bin es leid zu kämpfen, innen bin ich schwach, verletzlich, zerbrechlich, zart, fein.
Nimm mich an, wie ich bin, forme mich nicht um, fühl mit mir, teile mein Erleben mit mir: meine Hilflosigkeit, meine Ohnmacht, meine Enttäuschung, meine Angst, meine Unsicherheit.

Streite bitte nicht, wenigstens jetzt nicht, geh nicht in Konfrontation mit mir.
Sei jetzt verdammt noch mal nicht mein beschissener Ratgeber, Mentor, Trainer, Coach, sag mir nicht, wie ich es MACHEN soll.
Ich bitte dich, ich FLEHE dich an: sei Seele, sei jetzt Mensch, Freund, Partner, Mann, Mutter, Vater, Gott ...
Gib mir alles, was ich als Kind von meiner Mutter nicht bekommen habe ... Sie gab mir keine Annahme und keine Liebe. Also gibst du mir das alles!
Keine Sorge, das geht vorbei, das ist nicht für immer, ich habe schon eine Therapeutin für mich gefunden, sie ist eine wunderbare Frau

Sei jetzt bitte mein Ufer, fest und standhaft wie ein Fels, wie die Yang-Dynastie.
Der reißende Fluss des weiblichen Gefühlsausbruchs, das Yin, sucht Halt in dir, im Felsen im Meer ...

Ja, genau das brauchte sie ... dass der „Fels“ sie aushält ...
Und das ist kein „Angriff“ auf den Felsen, das ist einfach ein Sturm, eine Naturerscheinung ...
So sind die Gesetze der Natur ...
Ich bin nicht befriedigt. Und das schon lange. Die Anspannung hat sich angestaut, und jetzt bricht sie heraus ...

In der Regel kann ein innerlich erwachsener Mann, ein „Fels“, die weibliche „Welle“ solcher Gefühlsausschläge aushalten. Vielleicht ist das stellenweise beängstigend, nicht besonders angenehm und aufwühlend – und zugleich kann es ein ziemlich erregendes und berührendes Schauspiel sein. In jedem Fall behält er die feste Position eines „Berges“, an den sich die Frau anlehnen kann. Denn entschlüsselt man diese leidenschaftliche Gefühlsbotschaft, so ist sie im Kern eine Bitte um Nähe, ein Hinweis auf den Mangel an Liebe und Annahme.

Ein Mann, der innerlich nicht erwachsen geworden ist, kann erschrecken, entwerten, ein Etikett verpassen, sie eine zickige Schlampe nennen, eine Böse, eine Hysterikerin – und weglaufen, um sich eine stille, ruhige Frau zu suchen, eine hundertprozentig fürsorgliche Mutter, bei der es sicher wird ... und ruhig ..., mit der Zeit aber ERSTICKEND langweilig und überhaupt nicht sexy ...

P.S.
Natürlich wäre es für beide nicht schlecht, sich begleiten zu lassen – einzeln und als Paar
Die Frau lernt dabei, sich nicht nur auf den Mann zu stützen, sondern auch auf sich selbst; der Mann lernt jene Männlichkeit, die den Sturm der Gefühle aushält und bewältigt – und weiter liebt.