Männliche Manipulation: die Masche mit den SOZIALEN ROLLEN

Männliche Manipulation: die Masche mit den SOZIALEN ROLLEN

Auf Wunsch der Frauen nehmen wir weiter die MÄNNLICHEN MANIPULATIONEN auseinander – die weiblichen Beispiele haben wir ja schon durch. Manipulation Nr. 2: die Masche mit den SOZIALEN ROLLEN. Zur Erinnerung: Diese Liste stellen wir gemeinsam zusammen, auf Basis unserer Gespräche bei den Treffen und in den Kommentaren. Denn der beste Weg, eine Manipulation zu beenden, ist, sie aufzudecken – und um BEZIEHUNG ZU BAUEN, ersetzt man Manipulationen durch Absprachen.

Im weiteren Sinn sprechen wir gerade über GESCHLECHTSBEZOGENE Manipulationen, bei denen die Geschlechtsmerkmale und die SOZIALEN ROLLEN der Spielteilnehmer zum Ziel der Einwirkung werden. Gesellschaftliche Normen regeln einen erheblichen Teil des Verhaltens von Männern und Frauen und schaffen zugleich die Voraussetzungen für Manipulationen zwischen den Geschlechtern. Gleichberechtigte Beziehungen aufzubauen ist damit von vornherein erschwert. Andererseits erschweren die sozialen Rollen den offenen Wettstreit. Wenn schon behauptet wird, Männer müssten zielstrebig und geradeheraus sein, Gefühle aber nicht zeigen ... Wenn schon gilt, Frauen seien nachgiebig, dürften Emotionen aber frei äußern ... Da bleibt für klare Absprachen kein Platz!

Männer können das Bestreben einer Frau ausnutzen, den normativen Vorstellungen von ihrem Verhalten in der Gesellschaft zu entsprechen (oder ihre Angst, ihnen nicht zu entsprechen).

„Kenne deinen Platz, Frau!“„Als Frau musst du dich um Haus und Kinder kümmern“„Wozu willst du für so ein mickriges Gehalt arbeiten?“„Alle Ladys machen das“„Wer so handelt, kann (nicht) als Frau gelten“„Die Frau ist Mutter, Hüterin des Herdes“
sagt der Mann

Besonders im letzten Beispiel kann eine Frau, die sich beruflich verwirklichen möchte, dem Erleben der eigenen Unerfülltheit begegnen und auf die Karriere verzichten, um den Frieden in der Familie zu bewahren. Oft schreibt ein Mann der Frau vor, was sie zu tun und wie sie sich zu verhalten hat, und beruft sich dabei nicht nur auf seine Vorstellungen von ihrer Geschlechterrolle, sondern auch auf seine eigene Rolle als Mann.

Ist diese Manipulation ein Vorrecht der Männer? Keineswegs. Frauen greifen sogar noch häufiger zu ihr – in allen Sätzen, in denen der Begriff „ein richtiger Mann“ vorkommt. Das ist nichts anderes als „DIE HERAUSFORDERUNG DER MÄNNEREHRE“, die weibliche Hauptmanipulation, in Poemen besungen. Beim Psychologen Sergej Schischkow bin ich oft der Aussage begegnet, die Bezeichnung „richtiger Mann“ hätten sich die Frauen ausgedacht)). Was die Folgen nicht aufhebt: Jede Manipulation endet für den Mann wie für die Frau kläglich.

Wer geht auf so einen Stich ein – „alle Ladys machen das“? Höchstwahrscheinlich Frauen vor der Krise der Lebensmitte, die wir im psychologischen Alter von 35 Jahren durchlaufen (das körperliche Alter kann vom psychologischen abweichen). Das ist die Prüfung, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen – jene, die sich von den Bedürfnissen der Gesellschaft unterscheiden. Vor dieser Krise richten wir uns nach gesellschaftlichen Normen, nach Forderungen und nach jenen Bedürfnissen, die die Gesellschaft uns vorgibt. Mit 35 fragt sich der Mensch, was ER BRAUCHT UND NICHT DIE GESELLSCHAFT. Und hat eine Frau diese Frage beantwortet, richtet sie sich nach ihren inneren Bedürfnissen. Mit dem Satz „für eine Frau ist das normal“ kommt man ihr dann nicht mehr bei; sie zuckt mit den Schultern und denkt: „Wozu soll das gut sein?“

Dafür lässt sich eine Frau nach 35 über ihr Alter manipulieren. Aber das ist eine andere Geschichte)