Wovor haben schizoide Persönlichkeiten Angst?
Bei schizoiden Persönlichkeiten ist das Recht zu wollen verletzt, und genau das drückt sich in ihren unbewussten Ängsten aus. Die wichtigste davon ist die Angst, sich selbst zu verlieren, das eigene Ich zu verlieren, sich zu verraten oder gegen sich selbst zu handeln. Im Privatleben ist es die Angst, sich in einem anderen Menschen aufzulösen oder sich in der Beziehung zu verlieren.
Solange das Gefühl „Mein Ich ist unversehrt“ da ist, darf ringsum geschehen, was will. Veränderungen gibt es immer viele, aber
der Kern muss unangetastet bleiben.
Einen Schizoiden zu etwas zwingen ist unmöglich, denn Gewalt stellt die Unversehrtheit des „Kerns“ infrage.
„Das eigene Ich bewahren“ – das ist der Wunsch nach einem eigenen Territorium, nach eigener Zeit und einem eigenen Ort, wo sich niemand einmischt und wo alles „nur meins“ ist. Schizoide brauchen einen Ort, an dem sie zur Ruhe kommen und aus dem sie wieder heraustreten.
Sobald sie diesen Ort verlassen, entsteht bei ihnen das Gefühl, sie lösten sich im anderen auf. Andererseits sind für sie alle Fragen geklärt, sobald sie sich jemanden als Partner ausgewählt haben – in der Partnerschaft sind sie beständig. Haben sie in der Beziehung Freiheit, wird ihnen also nicht die Luft abgedrückt, dann sind sie in dieser Beziehung glücklich. Aber ein eigenes Territorium muss es geben.
Der bevorzugte Abwehrmechanismus der Schizoiden ist die Deutung. Wie man über sie sagt:
So schlimm ist der Mensch gar nicht – schlimm ist sein Psychoanalytiker.
Wovor haben Schizoide außerdem Angst?
- Vor Unfreiheit (im Handeln, im Denken, in den Ideen).
- Vor dem Aufdrängen fremder Ideen und Ratschläge (ich weiß selbst, was und wie), vor Zwang (als Form der Unfreiheit).
- Vor der Verletzung des Territoriums (meines Zuhauses, meiner Familie, meiner Persönlichkeit, meiner überwertigen Ideen und Wünsche).
- Davor, die wichtigste überwertige Idee und den dazugehörigen Wunsch nicht zu verwirklichen.
- Vor Dummheit, vor dem Verlust des Verstandes, vor dem Wahnsinn.
- Davor, auf die Gesellschaft angewiesen zu sein
- Vor dem Strom, vor Gott, vor fremdem Einfluss auf das eigene Leben und die eigene Freiheit.








