Phlegmatischer Mann, melancholische Frau

Kompatibilität

Das ist die Beziehung zweier „Schrebergärtner“: Stille und Ruhe, sie sitzen in ihrem Häuschen im Grünen, weit weg von der Gesellschaft. Die Gesellschaft ist ihnen nicht so wichtig, zu zweit in der Abgeschiedenheit geht es ihnen gut. Und alles wäre schön – nur möchte die melancholische Frau von Zeit zu Zeit, dass der phlegmatische Mann ein richtiger „Kerl“ ist: dass er losgeht und ein Mammut erlegt, die Welt verändert oder mit der Faust auf den Tisch haut. Er braucht das nicht – und schon beginnen die Provokationen.

Die melancholische Frau ist eine Extravertierte in der passiven, weiblichen Lebensposition. Ihr sind Einvernehmen, Frieden und Teilhabe an der Gesellschaft wichtig, keinesfalls aber Erfolge. Der phlegmatische Mann ist ein Introvertierter, und darin ergänzt er seine Partnerin. Sie braucht Rückmeldung aus der Welt um sie herum, und der Introvertierte gibt sie ihr. Zugleich ist auch er ein Mann in der passiven Position gegenüber der Gesellschaft. Karriere oder gesellschaftliche Anerkennung sind ihm nicht so wichtig, er hat seine eigenen Interessen, Hobbys und Leidenschaften, und am liebsten sitzt er in seiner „Werkstatt“.

Irgendwer muss aber hinaus in die Gesellschaft, den Besitz des Paares verteidigen, einen Angriff abwehren. Und da muss der Mann „nicht er selbst“ werden, gegen sich selbst handeln. Genau darin liegt das Konfliktpotenzial dieses Paares

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Wer ist sie, die MELANCHOLIKERIN?

  • Die Extravertierte
  • Passive Lebensposition
  • Braucht Rückmeldung, um sich selbst zu verstehen
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Wer ist er, der PHLEGMATIKER?

  • Der Introvertierte
  • Passive Lebensposition
  • Weiß alles über sich und erkundet die Welt
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Welche Perspektiven?

Eheglück: nicht schlecht

In der Ehe ist hier alles wunderbar, solange … siehe unten. Er ist ein Introvertierter, der alles über sich, über die Familie, über die Welt und darüber weiß, wohin sich das Paar bewegt. Sie ist eine Extravertierte, weiblich, emotional, die Aufmerksamkeit und Rückmeldung von außen braucht, um sich selbst zu verstehen. Und genau dieses Verständnis und diese Resonanz gibt er ihr.

Zu zweit in einem Häuschen am Waldrand geht es ihnen sehr gut. Sie können sich wunderbar in der Wohnung einschließen und die Zeit miteinander verbringen. Häusliche Gemütlichkeit, Frieden und Eintracht in der Familie bedeuten ihnen viel, und das verbindet sie.

Sexuelle Kompatibilität: gut

Tantrischer Sex – das ist etwas für das Paar aus phlegmatischem Mann und melancholischer Frau. Romantik wird in vollem Umfang gefördert, Sex dagegen eher nicht. Im Phlegmatiker ist die „Anima“, das weibliche Prinzip, stark ausgeprägt, und das erlaubt es ihm, die Frau zu verstehen. Das schlägt sich in langsamem, sinnlichem Sex nieder.

Andererseits: zwei häusliche Wesen – irgendwer muss doch die Initiative ergreifen, „den Mann machen“, Schärfe und Aggression hineinbringen? Da sowohl der Mann als auch die Frau eher „Anima“ sind, wird das höchstwahrscheinlich der Mann tun müssen. Und genau das setzt ihn von Zeit zu Zeit unter Anspannung.

Wachstum und Wohlstand: schlecht

Können zwei Schrebergärtner Millionäre werden? Wahrscheinlich brauchen sie das nicht: Das Häuschen bauen sie sich ausgezeichnet mit eigenen Händen. Langsam, aber verlässlich.

Andererseits: Für ein teures Auto braucht es schon materielle Mittel, und die muss man sich in der Gesellschaft holen. Also muss man von Zeit zu Zeit dorthin hinaus – gegen den eigenen Wunsch.

Deshalb ist das materielle Wachstum eines Paares aus phlegmatischem Mann und melancholischer Frau eher ein Ansparen. Und was das persönliche Wachstum betrifft, so bremst die Kombination zweier „Animas“ die Entwicklung eher, als dass sie sie beschleunigt. Nicht umsonst heißt es, der Mann sei für die Entwicklung zuständig und die Frau für die Stabilität. Und genau hier kann man sehr stabil stecken bleiben.

Für Kinder: gut!

Für kleine Kinder ist dieses Paar ideal: Die Mama ist zu Hause, und der Papa widmet dem Nachwuchs viel Zeit. Sowohl der phlegmatische Mann als auch die melancholische Frau sind auf Fortpflanzung und Stabilität ausgerichtet. Das schafft die besten Bedingungen für die Kinder.

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Beziehungen im Überblick nach Persönlichkeitstypen

Melancholikerinnen gibt es in 3 Persönlichkeitstypen:

  • In der antisozialen Sphäre – der epileptoide Persönlichkeitstyp
  • In der sozialen Sphäre – der depressive Typ, und
  • In der außersozialen Sphäre – der Frustrations-Persönlichkeitstyp

Phlegmatiker gibt es ebenfalls in drei Typen:

  • In der antisozialen Sphäre – der autistische Persönlichkeitstyp
  • In der sozialen Sphäre – der kompulsive Typ, und
  • In der außersozialen Sphäre – der paranoide Persönlichkeitstyp

Drei Szenarien für dieses Paar

Je nach Kombination dieser drei Persönlichkeitstypen ist die Beziehung zwischen melancholischer Frau und phlegmatischem Mann entweder möglich, oder sie ruht auf einer tiefen Neurose. Ideal wird sie nie sein, und sie verlangt viel Mühe und Arbeit. Auf einer Skala von 5 (ideal) bis 1 (völlig ungenügend) können sie aufbauen:

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Die Geht-so-Beziehung, oder „Ironie des Schicksals“

Diese Beziehung ist gut in der Abgeschiedenheit und übersteht den Kontakt mit der Gesellschaft nicht. Aufbauen können sie eine epileptoide Frau und ein autistischer Mann, eine depressive Frau und ein kompulsiver Mann, eine Frau des Frustrationstyps und ein paranoider Mann

Analyse und 3 Geschichten
2

Die utopische Beziehung

Solche Verbindungen kommen praktisch nicht vor, und wenn sie doch entstehen, entwickeln sie sich schwer. Das Problem ist hier, dass lange Phasen des Stillstands von Revolutionen abgelöst werden. Wenn aus einer solchen Begegnung eine Beziehung wird, dann zwischen einer epileptoiden Frau und einem kompulsiven Mann, einer depressiven Frau und einem paranoiden Mann, einer Frau des Frustrationstyps und einem autistischen Mann

Analyse und 3 Geschichten
1

Beziehung im Stil „Das ist die Hölle!“

Beziehungen zwischen einer epileptoiden Frau und einem paranoiden Mann, einer depressiven Frau und einem autistischen Mann, einer Frau des Frustrationstyps und einem kompulsiven Mann gibt es in der Wirklichkeit nicht. Hier stehen Mann und Frau im „Schatten“ des jeweils anderen: Sie finden einander gleichzeitig interessant, und es ist unerträglich schwer, nebeneinander zu sein. Wegen dieser Unerträglichkeit sind uns solche Beziehungen im Leben nicht begegnet.

Analyse lesen

Unten stehen echte Beziehungsgeschichten von Menschen mit solchen Persönlichkeitstypen. Wir haben sie mit Beispielen aus Filmen versehen und sie natürlich in den Kommentaren unserer Fachleute analysiert.

Die Geht-so-Beziehung, oder „Ironie des Schicksals“

Er geht nicht eigentlich eine Beziehung ein, er findet sich einfach ein – taucht irgendwann auf. Die Romanze beginnt damit, dass sie zur selben Zeit am selben Ort sind und ziemlich schnell verwandte Seelen ineinander entdecken. Es entsteht das Gefühl gegenseitigen Verstehens. Er entdeckt, dass sie seine Eigenheiten verstehen kann. Sie entdeckt einen klugen Mann.

Die Verführung läuft über das Einhalten formaler gesellschaftlicher Rituale. Das Werben ist so, wie es gerade üblich ist, wie es die Gesellschaft im Moment annimmt und billigt. Aktive Schritte geschehen hier irgendwie schon. Er tastet ein wenig die Grenzen ab, sie antwortet, dann umgekehrt. Es entsteht ein langsamer Tanz, der stark an das Ritual der Aufforderung zum Tango erinnert. Beide bemühen sich behutsam, einander nicht in eine peinliche Lage zu bringen.

Erotik fehlt praktisch völlig, die Romantik ist gesellschaftlich anerkannt. In ihren Augen entspricht er dem Modell „guter Mensch“. In seinen Augen entspricht sie vollkommen dem Begriff „richtige Ehefrau“. Er kann umsorgen und sich kümmern und stört nicht, wenn sie tief in sich selbst versinkt. Dabei ist er immer da und wird ihrem Standpunkt kaum widersprechen.

Irgendwann wird den beiden bewusst, dass sie in einer Beziehung sind. Oft ist das ein Klingeln an der Tür: Vor der Tür steht er und sagt „Ab jetzt wohne ich hier“. Damit beginnt die Beziehung – wie im Film „Ironie des Schicksals“.

In der Regel sind das Professorenfamilien: Sie schreibt ihre Dissertation, er schreibt seine. Er weiß viel, sie kennt sich in Kunst und Literatur aus. Oder es ist ein eingespieltes traditionelles System; solche Paare gibt es sehr viele. Eine stille Familie, nicht besonders auffällig. Sie kümmert sich um Haushalt und Kindererziehung.

Die utopische Beziehung

Diese Verbindungen kommen recht selten vor, und das Paar ist praktisch unmöglich. Für sie ist er zu antriebslos, für ihn ist sie zu hilflos. Das ist ein Sackgassenmodell: Ein Mann in der passiven Position kommt mit einer passiven Frau zusammen.

Der Beginn einer Beziehung ist möglich, wenn beide ausgeglichen sind oder wenn einer von beiden zum Zeitpunkt des Kennenlernens in die aktive Position gegangen ist. In der Regel lernt man sich bei großen Veranstaltungen oder in ungewöhnlichen Situationen kennen. Sympathie entsteht – aber wie ein Boot ohne Ruder. Zwei Menschen sitzen darin, und wohin das Boot treibt, ist unbekannt. Sehr viel hängt von äußeren Umständen ab.

Beobachtet man solche Paare, kann man sagen: Sie haben sich kennengelernt, als einer von ihnen verloren war. Wenn beide tief in der Verzweiflung darüber stecken, keine Beziehung zu haben, und sich selbst für unwürdig halten, dann können sie sich aus dieser Verzweiflung heraus zu einem Paar zusammentun. Meistens geht die Initiative von ihr aus.

Dann haben sie viel Nähe und viel Kontakt. Die Beziehung ist sehr eigen. Er wird zum treuen Ehemann, weicher und häuslicher. Solche Männer bekommen auf einmal ähnliche Hobbys: Sie fangen an zu stricken und zu nähen, gerade auch für ihre Frau.

Sie wird härter, kategorischer – oder zu einem flatterhaften Fräulein, das von Zeit zu Zeit nach Hause zurückkehrt. Und im Paar beginnt eine romantische Beziehung: Er selbst empfindet keine Romantik, versteht aber gut, wie wichtig und nötig sie für sie ist, und ist bereit, sie ihr zu geben.

Höchstwahrscheinlich übernimmt sie die aktive Rolle im Umgang mit der Gesellschaft, weil ihr das keine Angst macht. Regelmäßig spielen sie folgendes Spiel: Sie heizt den Mann so lange an, bis ihm „die Sicherung durchbrennt“. Dann rutscht der Mann in die Psychose, lädt sich mit Aggression auf und wird endlich „ein Mann“. Von außen wirkt so ein Paar sehr krankhaft. Vom Mann hört man oft: „Dieses Miststück hat schon wieder mit meinem Freund geschlafen! Ich habe längst aufgehört zu zählen!“

Beziehung im Stil „Das ist die Hölle!“

Eine Beziehung, in der zwei „Schatten“ zusammenkommen, ist das Streben nach dem, was ich nicht habe. Gerade die Eigenschaften, die mir am wenigsten zugänglich sind, ziehen mich am stärksten an. Das ist die Beziehung zwischen einer epileptoiden Frau und einem paranoiden Mann, einer depressiven Frau und einem autistischen Mann, einer Frau des Frustrationstyps und einem kompulsiven Mann.

Eine Paarbeziehung mit dem eigenen Schatten versuchen immer wieder paranoid-schizoide Typen mit hysteroid-epileptoiden. Sie sind füreinander der Schatten. Alle anderen empfinden für ihren Schatten keine erotische Anziehung – nur diese Typen. Eine Beziehung mit dem eigenen Schatten treibt sie selbst regelmäßig in die Schatten-Dynamik. Solche Romanzen halten nie lange.

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Kompatibilität anderer Temperamente

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